Eon hat nach der Fukushima-Katastrophe auf Geheiss der deutschen Bundesregierung zwei ältere Kernkraftwerke stilllegen müssen. Damit gingen Gewinnbringer verloren. Zudem belastete die Brennelementesteuer das Ergebnis. Die beiden Eingriffe der Politik hätten zu Kosten von 1,9 Milliarden Euro geführt, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Auch das Gasgeschäft verhagelte dem Unternehmen die Bilanz.

Für das zweite Quartal weist der Konzern nun erstmals einen Verlust aus. Das Minus beträgt 382 Millionen Euro. Konzernchef Johannes Teyssen bezeichnet dies als «dramatisch verschlechtertes Ergebnis». Zudem drücken den Konzern Schulden in Höhe von 33,6 Milliarden Euro.

Teyssen schwenkt nun auf einen harten Sparkurs ein. Die Kosten sollen spätestens 2015 jährlich um 1,5 Milliarden Euro niedriger liegen. Die notwendigen Einsparungen liessen sich durch die Verringerung der Sachkosten allein nicht erreichen, erklärte der grösste deutsche Energieversorger. Betroffen seien vor allem Arbeitsplätze in der Verwaltung. Entscheidungen sollen im Herbst fallen.

Mittelfristig stünden 9000 bis 11'000 der heute 85'000 Stellen auf der Kippe. Die Gewerkschaft Verdi erklärte, Eon schliesse auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Einhalten wolle der Konzern lediglich die derzeitigen Vereinbarungen, denen zufolge solche Kündigungen bis Ende 2012 nicht möglich sind.

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Konkurrent RWE, der ebenfalls zwei Kernkraftwerke stilllegen musste, hatte am Dienstag Zahlen vorgelegt. Bei einem konstanten Umsatz brach das nachhaltige Nettoergebnis im ersten Halbjahr um knapp 40 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro ein. Einen Stellenabbau plant RWE-Chef Jürgen Grossmann aber nicht.

(cms/rcv/sda)