Wie lief das Weihnachtsgeschäft im Warenhaus bisher?

Bertrand Jungo: Gut, ich bin zufrieden. Trotz all den Krisenmeldungen läuft es in etwa gleich wie das sehr gute Weihnachtsgeschäft 2007.

Eigentlich erstaunlich, 2007 war doch ein absolutes Boomjahr!

Jungo: Weihnachten ist und bleibt eine Tradition. Bei den Geschenken wird eben nicht gespart.

Machen sich denn keine Vorboten eines Konsumabschwungs bemerkbar?

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Jungo: Nein, bei uns nicht.

Wie erklären Sie das?Jungo: Wir operieren preislich in der Mitte und haben mit unserer Positionierung «Erschwinglicher Stil für alle» Erfolg.

Werden also weniger Luxusartikel gekauft?

Jungo: Nein. Bei Geschenken wird weniger aufs Geld geschaut. Auch auf der diesjährigen Geschenkhitliste stehen hochwertige Geschenke ganz oben.

Wie wichtig ist eigentlich das Weihnachtsgeschäft für Manor?

Jungo: Sehr wichtig. Denn der Umsatzanteil des Weihnachtsgeschäfts am Gesamtumsatz beträgt zirka 25%.

Was legen Leute besonders gerne unter den Christbaum?

Jungo: Bei den Textilien sind modische Accessoires, Party-Kleider und Kaschmir sehr gefragt. Auch Multimedia wie Spielkonsolen und Computer sowie Parfumerieartikel sind ein Renner.

Weshalb gerade diese Artikel?

Jungo: Das sind Geschenke, die Emotionen beinhalten. Und Emotionen gehören zu Weihnachten.

Was läuft weniger gut an Weihnachten ?

Jungo: Unpersönliche Geschenke. Falls jemand keine Idee hat, macht eine Geschenkkarte Sinn, weil sich der Beschenkte dann selber seine Wünsche erfüllen kann.

Wie viele Geschenkgutscheine werden Sie denn verkaufen?

Jungo: Der Umsatz dieser Karten liegt im hohen zweistelligen Millionenbereich. Geschenkgutscheine und vor allem Geschenkkarten sind äusserst beliebt.

Noch vor Weihnachten werden die Konsumenten bereits mit Sonderrabatten in die Läden gelockt. Weshalb macht Manor da nicht mit?

Jungo: Der Sonderverkauf beginnt bei uns erst am 27. Dezember.

Wie hat sich der Umsatz der Manor-Warenhäuser über das ganze Jahr 2008 entwickelt?

Jungo: Mit zunehmender Dauer immer besser. Im 2. Semester haben wir signifikant Marktanteile gewinnen können. Genaue Umsatzzahlen kommunizieren wir aber erst Mitte Januar.

Spüren Sie die Konkurrenz von Coop City, die sich wie Manor in der Mitte positioniert?

Jungo: Wir vergleichen uns nicht mit Coop City. Im Foodbereich sind unsere Konkurrenten Coop und Migros, beim Non-Food beispielsweise H&M, Zara, Ikea, Mediamarkt und Marionnaud.

Diese Unternehmen sind stark in Shoppingcentern präsent. Weshalb hat Manor kein Geschäft im neuen Westside in Bern?

Jungo: Wir haben 2007 neue Geschäfte im Shoppyland in Schönbühl und in St. Gallen eröffnet. Dieses Jahr kamen brandneue Häuser in S?Antonino, Vésenaz und Biel hinzu.

Werden Sie auch nächstes Jahr neue Warenhäuser eröffnen?

Jungo: Wir haben eine stark expansive Phase hinter uns. Nun wollen wir uns auf Bestehendes konzentrieren und unsere Häuser kontinuierlich verbessern. So zum Beispiel unser Flaggschiff Genf, das im Herbst 2009 komplett neu renoviert sein wird. 2010 steht aber mit Liestal wieder eine grosse Neueröffnung an.

Wie wappnet sich Manor auf den Konsumabschwung?

Jungo: Wir gehen unseren Weg weiter wie bisher. Unsere Positionierung, «Guter Stil zu erschwinglichen Preisen», sollte gerade in dieser Wirtschaftslage Früchte tragen.

Was wollen Sie verbessern?

Jungo: Wir wollen die Preiswahrnehmung beim Kunden verbessern. Wir werden generell teurer wahrgenommen, als wir sind.