Der schwedische Modehändler Hennes & Mauritz (H&M) leidet weiter unter der schwachen Kauflaune in Europa. Im zweiten Geschäftsquartal bis Ende Mai rutschte der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 11 Prozent auf 4,7 Milliarden Schwedische Kronen (669 Millionen Franken) ab. Das ist weniger, als Analysten erwartet hatten.

H&M-Chef Karl-Johan Persson war insbesondere mit den Umsätzen unzufrieden. «Die Verkäufe insgesamt waren wegen der anhaltend herausfordernden Situation des Textilhandels und wegen ungünstigen Wetters im März und in einigen Aprilwochen in vielen unserer grossen Märkte unbefriedigend», sagte er. Auch die starke Schwedische Krone setzte dem Unternehmen zu: Die Umsätze wären nach Angaben des Konzerns mit den Wechselkursen aus dem vergangenen Jahr um rund 5 Prozent höher ausgefallen.

Fast 100 neue Läden

Der Umsatz blieb bei 31,6 Milliarden Kronen nahezu stabil. Dabei profitierte der Konzern aber vor allem von neuer Fläche: Von März bis Mai öffneten nach Perssons Angaben fast 100 neue Läden erstmals die Türen für die Kundschaft. Im ganzen Jahr sollen es nach wie vor 350 neue Verkaufsstellen werden.

In der Schweiz eröffnete H&M im vergangenen Halbjahr zwei neue Shops und betreibt nun 84 Läden. Hingegen brach der Umsatz von Dezember bis Mai um 11 Prozent auf 2,621 Milliarden Schwedische Kronen ein, im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 1,352 Milliarden Schwedische Kronen.

Wegen der Konjunkturschwäche in Europa suchen die Schweden ihr Heil ausserhalb des Stammkontinents. Persson sieht sein Unternehmen auf gutem Kurs. «Wir setzen unsere starke Expansion in Asien fort, wo wir nun 200 Läden haben», sagte er.

Wichtigster Markt ist Deutschland

Mit dem Start in das laufende Vierteljahr zeigten sich die Schweden auch bereits optimistischer. In den ersten Juniwochen hätten die Umsätze verglichen mit dem Vorjahr um rund 14 Prozent zugelegt. H&M ist der europaweit zweitgrösste Textilhändler nach der spanischen Inditex , die vor allem durch das Flaggschiff Zara bekannt ist. Beide Unternehmen sind auf preisgünstige Kleidung spezialisiert und setzen auf schnelle Wechsel ihrer Kollektionen.

Vor allem weibliche Kunden können so fast jede Woche auf neue Kleidung zugreifen. Die Wirtschaftskrise ging allerdings an beiden Konzernen nicht spurlos vorbei. Vor allem H&M macht hauptsächlich Geschäft in Europa, wichtigster Markt ist Deutschland. Weltweit kam die Kette Ende Mai auf mehr als 2900 Läden.

(se/aho/sda)

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