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Rochade
Bei Raiffeisen treten acht Verwaltungsräte ab

Pierin Vincenz
Pierin VIncenz: Die Ermittlungen gegen ihn ziehen weite Kreise bei der Raiffeisen. Quelle: Keystone

Umbruch bei der Raiffeisen: Ausgelöst durch die Vincenz-Affäre treten acht von elf Verwaltungsräten bis 2020 ab.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 26.04.2018

Die Vincenz-Affäre hat weitreichende Folgen auch für den Verwaltungsrat der Raiffeisen. Acht von elf VR-Mitgliedern werden bis 2020 ihr Amt aufgeben, heisst es heute Abend in einer Mitteilung der Bank.

Gegen Ex-Bankenchef Pierin Vincenz läuft ein Verfahren wegen untreuer Geschäftsbesorgung. Er soll in seiner Ära als Raiffeisen-Chef mehrere Abschlüsse getätigt haben, die zugleich ihm als Privatperson finanziell nützten. Ein Grossteil der Mitglieder des Verwaltungsrates der Raiffeisen war zu jener Zeit bereits im Amt. Laut Mitteilung werden folgende VR-Mitglieder ihr Amt aufgeben: Franco Taisch, Edgar Wohlhauser, Werner Zollinger, Daniel Lüscher und Urs Schneider werden noch dieses Jahr von ihren Posten zurücktreten. Philippe Moeschinger und Rita Fuhrer folgen 2019. Angelo Jelmini wird seine Funktion bis 2020 ausüben.

«Verwaltungsrat ist Aufgaben nicht gerecht geworden»

Gegen den Verwaltungsrat ist in den vergangenen Wochen zunehmend Kritik laut geworden. Er sei in der derzeitigen Zusammensetzung seinen Aufgaben nicht gerecht geworden, bemängelte Rechtsprofessorin Monika Roth gegenüber handelszeitung.ch.

Der Verwaltungsrat der Raiffeisen hat sich heute zu einer Klausurtagung getroffen, an der über die Nominationen für den Verwaltungsrat zuhanden der Delegiertenversammlung entschieden werden sollte. Zusätzlich zur regulären Delegiertenversammlung im Juni ist eine ausserordentliche für den 10. November anberaumt worden.

Interims-Präsident Pascal Gantenbein hatte vor zwei Wochen bekannt gegeben, dass Raiffeisen Schweiz die Ära Vincenz konsequent aufarbeiten und die Ergebnisse daraus transparent machen wolle. Mit der internen Untersuchung beauftragt wurde der Schweizer Manager und Wirtschaftsprofessor Bruno Gehrig als unabhängiger Chefermittler. Ihm zur Seite steht ein Team der Zürcher Anwaltskanzlei Homburger.

(Mit Material von sda.)

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