Wo die Zahnarzt-Schwestern Golnar und Haleh Abivardi auftauchen, ist die Schweizer Prominenz meist nicht weit weg. Für ihre Zahnarztkette Swiss Smile konnten sie in der Vergangenheit SVP-Nationalrat Thomas Matter begeistern. Für den nötigen Glamour sorgen Tennis-Spielerin Martina Hingis oder Ex-Vizemiss Xenia Tchoumitcheva. Sie lächelt fürs Zahnbleichmittel «Diamond Glow» adrett von der Webseite swiss-smile-beauty.com. Eine Tube Diamantenglanz enthält Diamantenpartikel und kostet 49 Schweizer Franken.

Luxus begeistert die Schwestern. So ist es nur konsequent, dass die Abivardis auch eine Goldstaub-Zahnpasta im Angebot haben: «Swiss Smile d’Or». Kürzlich sorgten sie mit ihrem Produkt in Deutschland für Aufsehen – das Echo war aber ziemlich durchwachsen.

«Nicht bewiesene» Behauptung

Die Stiftung Warentest hat sich die Goldstaub-Paste näher angesehen - und war nicht eben erbaut. Zwar sei tatsächlich «filigranster Goldstaub» in der Tube enthalten, doch der Materialwert von gegen 77 Cents bei einer Tube mit einem Preis von 100 Franken sei durchaus «überschaubar».

Auch konnten die Prüfer der Behauptung nicht viel abgewinnen, dass «Gold mit seiner entzündungshemmenden und regenerierenden Wirkung» die Zahnpflege optimal bei Anfälligkeit gegenüber Karies und Zahnfleischentzündungen unterstütze. Das sei wissenschaftlich nicht bewiesen, meinten die Prüfer der Zeitschrift «Test».

«Viel Feind, viel Ehr»

Lucca Gaffuri, seit 2013 Produktmanager der Luxus-Zahnkosmetikfirma Swiss Smile, nimmt die Kritik gelassen: «Viel Feind, viel Ehr», meinte er. Swiss Smile D'Or sei Luxus pur für den Mund und die Zähne. Wenn man die Preise im Vergleich zu Gesichtscrème von Prairie oder Estée Lauder für 300 Euro und mehr heranziehe, sei die D'Or-Zahnpasta nicht überteuert. Zielmärkte seien Asien, Arabien und Russland. Man wolle Menschen erreichen, deren Designer-Ansprüche bis ins Badezimmer reichten.

Zum Fluorid-Gehalt meinte Gaffuri: «Warum soll eine Zahnpasta 1450 ppm Fluorid enthalten? Weniger ist mehr. Fluorid ist nicht wirklich gut für die Gesundheit, weil es etwa die Aufnahme von lebensnotwendigem Jod blockieren kann. Deshalb begnügen wir uns mit 950 ppm.» Zudem seien die Swiss-Smile-Zahnpasten möglichst frei von Zusätzen und Wirkstoffen, welche die Mundflora verändern, die Schleimhäute irritierten oder die Zahnsubstanz unnötig erodierten.

Anzeige

Diverse Investments des Vertriebs

Die Webseite, welche die Swiss-Smile-Pflegelinie anbietet, wird von der Schweizer Mundpflegefirma Curaden International aus Kriens betrieben. Curaden International gehört zur Breitschmied-Gruppe, deren Chef Ueli Breitschmied ist. Mit Curaden wurde er vermögend; neben der Zahnpflege hat er noch diverse andere Geschäftsinteressen. So investiert er etwa auch ins Bioweingut Sitenrain sowie das Hotel Wetterhorn am Hasliberg.