Schwarzer Tag für ThyssenKrupp : Die Aussicht auf eine Kapitalerhöhung hat die Aktien zeitweise um mehr als sieben Prozent auf 17,89 Euro gedrückt, den tiefsten Stand seit Anfang Oktober. Sie bildeten damit das Schlusslicht im Dax.

Nach dem verpassten Befreiungsschlag bei den Übersee-Stahlwerken droht dem Konzern zudem ein weiteres Verlustjahr. Das sei ein Drama ohne Happy End, urteilte Equinet-Analyst Stefan Freudenreich und empfahl die Aktien zum Verkauf. Auch die Experten der Credit Suisse schrieben in einem Kommentar: «Die jüngsten Ereignisse zeigen mal wieder, wie schwer es ist, Thyssen Krupp zu restrukturieren.» Sie senkten das Kursziel auf 20 von 23.80 Euro, beliessen die Bewertung aber auf «Outperform».

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Pläne nur teilweise umgesetzt

Konzernchef Heinrich Hiesinger konnte seine Pläne zum Verkauf der beiden Problem-Stahlwerke in Übersee nur zum Teil umsetzen. Während die US-Fabrik für rund 1,1 Milliarden Euro an Arcelor Mittal und Nippon Steel geht, bleibt das Unternehmen auf dem Rohstahlwerk in Brasilien sitzen. Zudem muss Thyssen den 2012 mit dem finnischen Outokumpu-Konzern vereinbarten milliardenschweren Verkauf der Edelstahltochter Inoxum teilweise rückabwickeln. Die Lage etwas entspannen sollen nun weitere Einsparungen und eine Kapitalerhöhung von bis zu zehn Prozent. Diese könnte rund eine Milliarde Euro in die klamme Kasse des Mischkonzerns spülen.

«Auch wenn das US-Stahlwerk verkauft werden konnte, blieb der grosse Coup aus», urteilt DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp in einem Kommentar. «Die Tatsache, dass der Inoxum-Deal zum Teil rückabgewickelt werden muss, ist zudem ein grosser Rückschritt.» Die Neuorientierung des Konzerns sei wohl komplexer und bedürfe einer längeren Zeit als bislang angenommen.

(reuters/vst)