Für insgesamt 19 Milliarden hat der Socialmedia-Riese Facebook den SMS-Dienst WhatsApp gekauft. Es ist die grösste Übernahme in der Geschichte von Facebook. Der Deal war heute das brennende Thema an den Börsen. Vor allem die astronomische Höhe des Kaufpreises sorgte für Irritation bei den Aktionären. In erster Linie dürfte sich der Preis in einem Wettstreit mit Google begründen lassen. Der Internet-Gigant war ebenso hinter dem Unternehmen von Whatsapp-Gründer Jan Koum her.

Facebook überweist zunächst 4 Milliarden Dollar in bar sowie Aktien im Wert von 12 Milliarden Dollar an die WhatsApp-Besitzer. Weitere Aktien im Wert von aktuell 3 Milliarden Dollar sollen dann in den kommenden Jahren an die Gründer und Mitarbeiter fliessen. Mitgründer Jan Koum zieht in den Verwaltungsrat von Facebook ein.

Nicht erlaubt zu sprechen

Ein solch grosser und einmaliger Megadeal, der sogar das erfolgsverwöhnte Silicon Valley gestern Mittwoch nach US-Börsensch-Schluss erschüttert hat, soll denn auch gebührend gefeiert werde. Gesagt - getan.

Nach der Begakanntgabe der Übernahme durch Facebook liessen es die Mitarbeiter bei WhatsApp krachen. Und sie haben sich nicht lumpen lassen. Die Korken des Edel-Champagners «Cristal» knallten gleich reihenweise. Der durchschnittliche Preis einer Flasche: 200 Dollar. Bei rund 19 Milliarden Dollar Einnahmen an einem Abend, kann man sich denn auch die eine oder andere Flasche dieses Tropfens genehmigen.

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Laut «Business Insider» ist es den Mitarbeitern von WhatsApp öffentlich nicht erlaubt, über den Deal zu sprechen, der sie innerhalb eines Augenblicks steinreich gemacht hat. Um die Öffentlichkeit doch noch am Sieg teilnehmen zu lassen, postete Igor Solomennikov – Software-Ingenieur und einer der ersten Mitarbeiter bei WhatsApp – ein Bild über seinen privaten Account auf der Foto-Plattform «Instagram». Darauf zu sehen sind die leeren Champagner-Kartons der Marke «Cristal». Die vergangene Nacht dürfte noch lange in den Köpfen der rund 50 Mitarbeiter des SMS-Dienstes herumwirbeln. Prost!