Der Fleischverarbeiter Bell hat im vergangenen Geschäftsjahr 2012 den Betriebsgewinn (Ebit) um gut 10 Prozent auf 99,1 Millionen Franken gesteigert, die entsprechende Marge stieg auf 4,0 Prozent nach 3,6 Prozent im Vorjahr.

Der Jahresgewinn legte derweil um 5,9 Prozent auf 75,8 Millionen Franken zu, dies bei einer Marge von 3,0 Prozent (2,9 Prozent). In Anbetracht der anspruchsvollen Rahmenbedingungen beurteilt der Verwaltungsrat das Ergebnis 2012 als gut und beantragt zuhanden der Generalversammlung eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 60 Franken pro Aktie, heisst es in einer Mitteilung.

Der (provisorische) Umsatz war bereits im Januar mitgeteilt worden, er stieg (gemäss definitiven Zahlen) um 0,4 Prozent auf 2,53 Milliarden Franken (bereinigt +0,6 Prozent). Das Absatzvolumen ging derweil um 1,2 Prozent auf 221,7 Millionen Kilogramm zurück.

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Mit den vorgelegten Zahlen hat Bell die Schätzungen der Banken Vontobel und ZKB bezüglich EBIT verfehlt, beim Reingewinn dagegen leicht übertroffen. Diese hatten 105,0/104,4 Millionen bzw. 74,0/71,8 Millionen Franken geschätzt.

Das operative Ergebnis auf Stufe Ebitda fiel mit 185,1 Millionen Franken um 9,4 Prozent unter Vorjahr aus. Dieser Rückgang sei bedingt durch Sonderkosten aus der Schliessung des Standorts Bochum in der Höhe von rund 9 Millionen Franken sowie aus einer einmaligen Versicherungsgutschrift im Vorjahr von rund 6 Millionen Franken. Bereinigt um diese Sondereffekte betrug der Rückgang noch rund 2 Prozent.

Die Ergebnisentwicklung von Bell Schweiz sei vergleichbar mit dem Vorjahr, heisst es. Saisonale Aktivitäten wie Ostern, Grill und Festtage seien gut verlaufen. Allerdings sei die rückläufige Detailhandel-Marktentwicklung anhand eines deutlich erhöhten Preis- und Margendrucks spürbar.

Zum Markt Deutschland, wo Bell den Turn around erreichen will, heisst es u.a., dass man mit grosser zeitlicher Verzögerung Preisanpassungen im Markt habe umsetzen können, die Lage aber angespannt bleibe. Seit dem 1. September 2012 ist die neue Führungsstruktur für Bell Deutschland in Kraft. Die Zusammenführung der Verwaltung in Deutschland am Standort Seevetal soll bis März 2013 abgeschlossen sein. Die Erschliessung gruppenweiter Synergiepotenziale in den Bereichen Produktion, Beschaffung, Marketing/Vertrieb, Logistik und IT werde planmässig umgesetzt.

In Osteuropa wiesen die Aktivitäten in Polen sowie das Filialgeschäft in Tschechien und der Slowakei eine «positive Entwicklung» auf. Das Filialnetz sei 2012 um 6 auf insgesamt 100 Einheiten weiter ausgebaut worden. In Ungarn und in den Benelux-Länder seien die Sortimente ausserdem restrukturiert und wertschöpfungsschwache Produkte reduziert worden.

In Frankreich hätten sich die Sortimente für die Selbstbedienung wie auch die Produkte für die Bedientheken gut entwickelt. Auch hier seien die Rohmaterialpreise aber weiter angestiegen, und Preiserhöhungen hätten nur mit grosser zeitlicher Verzögerung umgesetzt werden können.

Wenig konkret gibt sich Bell wie erwartet zum laufenden Jahr. Die Wettbewerbsintensität im Detailhandel werde weiter hoch bleiben, heisst es. In sämtlichen Segmenten müsse 2013 mit einer weiterhin angespannten Preissituation und einem intensiven Verdrängungswettbewerb gerechnet werden. Die Gruppe gibt sich «dennoch zuversichtlich». Bell rechnet laut Mitteilung damit, dass die 2012 eingeleiteten Massnahmen ihre Wirkung im Verlauf des Jahres entfalten und die Leistungsfähigkeit der Gruppe «spürbar stärken».

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(tke/muv/awp)