Die Schweizer Wirtschaft ist massgeblich geprägt von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Viele haben sich in einer Nische zum Innovations-, Qualitäts- und schliesslich zum Marktführer entwickelt. Gründe dafür sind die qualitätsbewusste Schweizer Kultur und die Besonderheit des Heimmarktes.

Der Markt Schweiz reicht nicht, um die hohen Fixkosten von innovativen und qualitativ hochwertigen Produkten zu decken. Die Unternehmen erhöhen ihre Umsätze deshalb durch Exporte ihrer Produkte ins Ausland. Jeder zweite Franken wird in der Schweiz im Ausland verdient. Auch auf Märkten, auf welchen die Wirtschaftskrise zu starken Umsatzrückgängen führt. Treffsichere Massnahmen festzulegen, ist dort besonders herausfordernd: Es müssen andere Konkurrenzverhältnisse, Personalmärkte, Gesetze und Regulierungen berücksichtigt werden.

Eine weitere aktuelle Herausforderung stellen Nachfolgeregelungen dar. Rund ein Viertel der Schweizer KMU-Unternehmer plant, in den kommenden fünf Jahren ihre Nachfolge zu regeln. Zusammen beschäftigen diese Unternehmen eine knappe Million Mitarbeitende.

Die Ausgangslage ist je nach Unternehmen sehr unterschiedlich: Firmengrösse, Branche, finanzielle Situation, Familienmitglieder und familienexterne Schlüsselpersonen spielen eine Rolle - um nur einige Einflussfaktoren zu nennen. Ausgehend davon stellen sich auch sehr unterschiedliche Fragen: Personelle, organisatorische, steuerliche, finanzielle, emotionale.

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Auch im Bereich der Finanzierung können sich aufgrund der wirtschaftlichen Lage Herausforderungen ergeben. Bei Unternehmen mit unsicherer Ertragslage können Finanzierungsprobleme entstehen. Dies einerseits bei der Fremdkapitalfinanzierung, aber auch bei der Eigenkapitalfinanzierung. Letzeres zeigt sich an der Entwicklung der Unternehmenswerte, welche seit Beginn der Krise gesunken sind.

Fokus auf Kernkompetenz

Auf der Suche nach Lösungen auf diese komplexen Fragestellungen müssen Unternehmer alle verfügbaren Quellen nutzen. Selten verfügt eine Einzelperson über das umfassende Wissen zur Vorbereitung und Umsetzung treffsicherer Massnahmen. Hier sind Berater, Treuhänder, Anwälte und Finanzierungspartner gefordert, im Netzwerk für bestmögliche Lösungen zu sorgen. Die Frage an den Kunden muss lauten: «Welches ist die strategische Herausforderung und wie kann ich zu deren Bewältigung beitragen?»Die Antwort erfordert entweder die eigene Kernkompetenz, oft aber auch jene eines Kooperationspartners.

Dieses Beratungsverständnis setzt eine neue Haltung des Beraters voraus. Es erfordert den Mut, auch Fragen zu stellen, auf welche man selber keine Antwort kennt. In der heutigen komplexen Welt sind Berater gefragt, die Fragestellungen strukturieren können und Quellen für mögliche Antworten kennen. Bei strategischen Herausforderungen ist Konzentration auf die Kernkompetenz bei gleichzeitigem Einsatz des Netzwerks mit anderen Kompetenzträgern gefragt. Wird dies richtig und konsequent gemacht, erhalten Unternehmen optimale Lösungen, und alle Netzwerkpartner profitieren von einer effizienten Zusammenarbeit.

Form der Zusammenarbeit

Ein Netzwerk funktioniert informell, aber trotzdem mit Regeln. Die wichtigste ist: Es muss alle Beteiligten weiterbringen. Ein Netzwerk, welches einzelne Beteiligte mittel- oder langfristig übervorteilt, ist nicht tragfähig. Das Netzwerk kann nicht reines Mittel zum Zweck sein, ist aber auch nicht völlig interessenlos. Es ist vergänglich, wenn es nicht gehegt und gepflegt wird und seine Kontinuität und Dynamik aufrecht- erhält. Funktioniert es, strebt es automatisch nach der besten Lösung für alle Beteiligten.

Profitieren zwei Netzwerkpartner besonders von gegenseitigen Leistungen, kann eine formelle Kooperation entstehen. Die Credit Suisse zum Beispiel führt mehrere solche Kooperationen. Alle haben zum Ziel, die Firmenkunden in ihrer Unternehmensentwicklung zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen zu wachsen.

Mit jedem Kooperationspartner bestehen individuelle Vereinbarungen und Zielsetzungen: Gemeinsam mit der Osec werden Informationsplattformen und Beratungsdienstleistungen für international orientierte Unternehmen angeboten. Mit dem Swiss Venture Club (SVC) führt die Credit Suisse unter anderem Unternehmerpreise durch, um herausragen- den unternehmerischen Leistungen eine öffentliche Plattform und Anerkennung zukommen zu lassen. Mit der Universität St. Gallen (HSG) wurde eine Studie zur Unternehmensnachfolge erstellt und es werden Beraterschulungen zu diesem Thema durchgeführt. Mit ASCO schliesslich wird unter anderem die herausfordernde Zuordnung von Beratungsleistungen zu spezifischem Beratungsbedarf bei Unternehmen gefördert.