Nach der Krise ist vor der Krise! Denn wer sich jetzt dem Irrglauben hingibt, der tief greifende Abschwung sei überstanden und die Rückkehr zum Courant normal Tatsache, der vergisst das veränderte Umfeld. Das gilt für das berufliche wie das private Umfeld, das zählt für die Chefs ebenso wie für die Mitarbeitenden. Die Welt sieht heute nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise anders aus als noch vor drei Jahren. Zwingend erforderlich sind daher jetzt Strategien, die sich an diesem gewandelten Umfeld orientieren; Strategien auch, die sich abwenden vom bisher Durchschnittlichen und - unter Beibehaltung einer obligaten Sicherheitsmarge - einen neuen, ebenso kreativen wie überlebensfähigen Normalzustand kreieren helfen.

In den meisten Unternehmen ist dieser Strategiefindungsprozess, wie auf den folgenden Seiten anhand erfolgreicher Umsetzungen in ausgewählten Branchen wie Energie, Banken, IT, Nahrungsmittel, Textilien und Konsumgüter nachzulesen ist, eine Daueraufgabe, angereichert mit der kontinuierlichen Überprüfung der einst getroffenen Entscheidungen.

Ausgehend von den einschneidenden Veränderungen der letzten Monate sind die Entscheidungsträger heute aber zusätzlich gefordert. Es genügt nicht mehr, das Bisherige schrittweise weiterzuentwickeln. Erst sind, ausgehend vom Ist, Visionen und Missionen ausfindig zu machen, zu überprüfen und dann, ausformuliert als Strategien, im Sinn klassischer Taktik und zielgerichteter Operationen umzusetzen.

Anzeige

Dieser Denkprozess fordert das Management. In jeder Beziehung, denn nach wie vor belegen Untersuchungen, dass sieben von zehn Strategien letztlich in ihrer Umsetzung scheitern. Mitunter, weil diese Richtungsweiser zu wenig Praxisnähe aufweisen und nicht auf Erfahrungen beruhen. Auch Vorbilder, die gezielt Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen, leisten Orientierunghshilfe. Neue Strategien verbieten den Blick zurück nicht, nur so tappt man nicht in Fallen. Aber Übergewicht darf «Das haben wir immer so gemacht ...» nicht erhalten.

Sind die Entwicklungsmöglichkeiten beschlossene Sache, müssen sie kommuniziert werden. Hier beginnt für die Chefs die wichtigste (Dauer-)Aufgabe. Zentrales Element einer Strategieumsetzung bleibt die offene, ehrliche Kommunikation. Gegen innen wie gegen aussen, vom Kader über die Mitarbeitenden bis zum Kunden. In den Köpfen derer, die die Strategie bis in die kleinste Verästelung umsetzen, muss die Idee verankert und verstanden sein. Nur das garantiert eine gelungene Umsetzung. Und damit vor der nächsten Krise den Erfolg.