Lange wird sich Norbert Platt, Chef der Richemont-Gruppe, nicht gedulden müssen, bis er für 2009 verlässliche Angaben über den Geschäftsverlauf der Marken Cartier, Jaeger-LeCoultre, Piaget, Vacheron Constantin, Panerai, Baume & Mercier oder IWC auf seinem Pult liegen hat. Denn bereits am 19. Januar 2009, erstmals zwei Monate früher als bisher üblich, startet der Salon Internationale de la Haute Horlogerie (SIHH) in Genf, die wichtigste und global einzige Ordermesse für die neun Richemont-Uhren- und Schmuckmarken. Genauere Prognosen will Platt - der Politik des Hauses entspechend - keine abgeben. Ende Januar wisse man bedeutend mehr, heisst es in Genf. Und die Markenchefs von Schaffhausen (IWC) bis Le Sentier (Jaeger-LeCoultre) beschränken sich auf die Präsentation der 2009er-Neuheiten, die am SIHH die Einkäufer begeistern sollen. Sie alle wissen, dass gewisse Märkte, wie etwa die USA, ab November 2008 deutliche Verkaufsrückgänge in die Schweiz melden mussten.

Ähnlich ist die Stimmungslage bei der Swatch Group, die allerdings gemäss VR-Präsident Nicolas G. Hayek mit «grosser Gelassenheit» der Situation begegnet (siehe «Handelszeitung» Nr. 52 vom 23. Dezember 2008). Und auch Sohn und Konzernleitungspräsident Nick Hayek sieht zwar für die nächsten Monate eine Flaute voraus, er glaubt aber nicht an einen dramatischen Einbruch der Nachfrage. Hayek jun.: «Wir sind weltweit tätig und wissen von den Märkten, dass die Konsumenten Uhren kaufen.» Nach wie vor komme Asien eine Motorfunktion zu. Die Hayeks müssen sich allerdings länger auf zuverlässige Antworten des Marktes gedulden. Ihre wichtigste Ordermesse, die «BaselWorld», öffnet am 26. März 2009.

Trotz Bremsspuren zeigt sich auch Jean-Daniel Pasche, Präsident des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie (FHS), zuversichtlich. 2008 werde wahrscheinlich mit einem Plus von rund 8% auf gegen 17 Mrd Fr. noch immer ein Export-Rekordjahr. 2009 könnte trotz Abschwung den Wert von 2006 mit 13,6 Mrd Fr. Umsatz erreichen.

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