Herr Bumann, der Österreicher Peter Schröcksnadel hat seit Oktober die Mehrheit an den Bergbahnen in Saas-Fee. Zeigen uns nun Österreicher, wie man erfolgreich ein Skigebiet betreibt?
Nicht unbedingt. Aber sie helfen stark mit. In Bezug auf den Gletscher und die Schweizer Spezifikationen betreten sie jedoch Neuland. Da bringen wir unseren Input.

Was bringt Schröcksnadel konkret ein?
Die Erfahrungen. Er hat bereits zehn Destinationen saniert. Er und sein Sohn haben ein gutes Gespür, wo es sich lohnt einzusteigen, um ein Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Und dank der Schröcksnadel-Gruppe können wir günstiger einkaufen.

Saas-Fees Strategie mit Billigabos ist vorbei. Wie sehr hat sie geschadet?
Aufwand und Ertrag standen im Missverhältnis. Unsere Vorgänger dachten, sie könnten mehr Pässe absetzen. Am Ende hatte es für die Destination aber positive Aspekte: Wir konnten die Bekanntheit verstärken und die Logiernächte wieder hochbringen.

Simon BumannSaastal Bergbahnen AG

Simon Bumann (56) ist seit Juni 2019 Direktor der Saastal Bergbahnen AG. Davor hatte er im Unternehmen als Vize-VR-Präsident geamtet. Zudem war er zehn Jahre Tourismusdirektor der Destination.

Quelle: ZVG

Wie bitte? Das Billig-Abo endete ja im finanziellen Fiasko!
Für das Bahnunternehmen war es eher schädlich. Der Marketingaufwand überstieg den Ertrag. Es ist aber auch so, dass die Saastal-Bergbahnen immer mehr Boden verloren haben. Die Winterkarte war ein Rettungsversuch, der nicht gelungen ist.

Das Abo wird nun teurer. Kommen die Touristen trotzdem?
Wir gehen davon aus, dass wir die Gästezahl ungefähr halten können. Nur dass wir nun mehr Einnahmen generieren. Schub bringt uns, dass wir neu beim Magic-Pass-Verbund mit über 30 Destinationen dabei sind.

Saas-Fee hat Glück, dass es dank der Höhe relativ schneesicher ist. Profitieren Sie vom Klimawandel, weil die Konkurrenz abnimmt?
Es ist ein Fluch und ein Segen. Wir profitieren sicher davon. Manche Gebiete in tieferen Lagen können irgendwann keinen Betrieb mehr anbieten. Allerdings wird auch die Situation auf dem Gletscher anspruchsvoller, gerade für den Skibetrieb im Sommer.

Wie begegnen Sie dieser Veränderung?
Wir investieren pro Jahr rund sechs bis sieben Millionen Franken — nächstes Jahr erweitern wir etwa unsere Beschneiungsanlagen.

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