Nicht der vergangene Herbst, auch nicht Juni 2012 - nein, Ende Oktober wird mittlerweile als «realistisches» Datum für die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens in Schönefeld herumgeboten.

In den Medien ist von chaotischen Zuständen und lückenhaften Plänen die Rede - mit Konsequenzen: Der Betriebsgeschäftsführer, Manfred Körtgen, soll gemäss Informationen des «Tagesspiegels» seinen Posten räumen.

«Darüber wolle der Verwaltungsrat der Flughafengesellschaft am Mittwoch beraten», heisst es im Bericht. Das Vertrauen in Körtgen sei erschüttert. Insbesondere wird ihm vorgeworfen, dass er im Vorfeld der neuerlichen Verschiebung nicht deutlich genug auf Terminrisiken hingewiesen habe. Probleme bei der Brandschutzanlage habe es gemäss «Tagesspiegel» bereits seit Dezember gegeben.

Zunächst war ein Wechsel in der Führungsetage abgelehnt worden, um nicht weitere Verzögerungen bei der Fertigstellung des Flughafens BER zu riskieren. Inzwischen sei der Ärger aber gewachsen. Für rote Köpfe hatte auch gesorgt, dass Körtgen nebenbei seine Doktorarbeit schrieb - «und genau im Frühsommer 2010 abschloss, als die auf Oktober 2011 angesetzte Eröffnung zum ersten Mal verschoben werden musste.»

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Dieser Vorgang habe allerdings nicht das Fass zum Überlaufen gebracht: «Vielmehr fühlten sich die Verwaltungsratsmitglieder vom Technikvorstand getäuscht, weil er stets trotz aller Probleme und entgegen aller Warnungen eine Eröffnung Anfang Juni für machbar erklärte», so der Bericht.

(vst/chb)