Die Lufthansa hat sich nach der geplatzten Inbetriebnahme des Hauptstadtflughafens für einen Eröffnungstermin frühestens Anfang November ausgesprochen. «Wenn es nach uns geht, kann der Termin auch noch weiter nach hinten gelegt werden», sagte Vorstand Carsten Spohr der «Berliner Morgenpost».

Wichtig sei, dass dann alles einwandfrei funktioniere. Spohr warnte vor zu grosser Hektik bei der Datumsfindung. Es müsse nicht schon zwingend kommende Woche ein neuer Termin gefunden werden. «Die Blamage ist ohnehin da. Jetzt können wir uns auch die Zeit nehmen, um gründlich nach einem realistischen Termin zu suchen.»

Verlagerung von Personal nötig

Die Lufthansa kündigte zudem Schadensersatzforderungen an. «Am Ende wird eine grosse Rechnung auf die Berliner Flughäfen zukommen», sagte Spohr. Seine Airline brauche zum Beispiel zusätzliches Personal, um die Passagiere umzubuchen und in Tegel angemessen zu betreuen.

Deshalb werde das Unternehmen gegebenenfalls Personal aus anderen Standorten wie München, Frankfurt und Hamburg abziehen, um Berlin zu helfen. Eine eigene Versicherung habe man für solche Fälle nicht. «Unsere Versicherung heisst in diesem Fall Berliner Flughafen GmbH», sagte Spohr.

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Experten der Lufthansa haben offenbar schon vor Wochen gewarnt, dass der Eröffnungstermin am 3. Juni kaum zu halten sei. So soll laut Spohr unter anderem die IT am Flughafen nicht richtig funktionieren. Zudem gab es ihm zufolge deutlich mehr Rückstände beim Bau als bislang bekannt.

(vst/awp)