1. Home
  2. Unternehmen
  3. Bern liefert Holländern Daten von 100 UBS-Kunden

Steuersünder
Bern liefert Holländern Daten von 100 UBS-Kunden

Bern hat Holländern Daten von 100 UBS-Kunden geliefert
UBS-Logo: Die Grossbank liefert Daten in die Niederlande.Keystone

Die Niederlande haben die Vermögensdaten von 100 UBS-Kunden von der Eidgenössischen Steuerverwaltung erhalten. Die Anfrage war die erste nach dem US-Steuerstreit und bereitet den Weg für weitere.

Von Sven Millischer
2015-12-15

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) hat vor kurzem Kundendaten der Grossbank UBS an die niederländischen Steuerbehörden geliefert, wie die «Handelszeitung» in ihrer neusten Ausgabe schreibt. «Wir haben aus der Schweiz bereits die Vermögensstände von rund 100 niederländischen Offshore-Kunden der UBS erhalten», sagt Sprecher Robin Middel von den niederländischen Steuerbehörden. Man warte nun auf weiteren Bescheid von der ESTV. Inzwischen ist nämlich die Beschwerdefrist vor Bundesverwaltungsgericht für UBS-Kunden abgelaufen. Gemäss Gerichtssprecher Rocco Maglio sind keine Beschwerden eingegangen.

Damit wird das Ausland-Bankgeheimnis rückwirkend aufgeweicht. Im Sommer hatte die niederländische Steuerbehörde bei der ESTV eine Gruppenanfrage gestellt. Es handelt sich um die erste Anfrage ausserhalb des US-Steuerstreits. Sie basiert auf einem Weissgeld-Schreiben der UBS an ihre niederländischen Offshore-Kunden von 2014.

Weg bereitet für weitere Gruppenanfragen

Jeder, der damals nicht auf das Schreiben reagiert und seine Vermögenswerte regularisiert hat, wird von der Gruppenanfrage erfasst. Dass auf dieser Basis Kontodaten fliessen, öffnet weiteren Gruppenanfragen Tür und Tor. Gemäss Sprecher Middel besitzen die Niederlande ähnliche Schreiben von zwei weiteren Schweizer Banken. Dabei soll es sich gemäss Insidern um Credit Suisse und Julius Bär handeln.

Weitere Themen lesen Sie in der neuen «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk oder mit Abo bequem jede Woche im Briefkasten.

Anzeige