Die umtriebige Ära von Medienunternehmer Bernhard Burgener beim FC Basel ist vorüber. Burgener verkauft das Team an seinen Widersacher und ehemaligen Partner David Degen, wie der Club heute Nachmittag bekannt gab – und wie es zuvor schon seit Stunden kolportiert wurde. An der Medienkonferenz am Dienstagnachmittag betonte Burgener, er habe den Verein zum gleichen Preis weiterverkauft, zu dem er ihn übernommen habe. 

«Schauen Sie in die Zukunft, vergessen wir die alten Querelen», bat Burgener an der Pressekonferenz . Es sei jetzt Zeit für gute Nachrichten. David Degen habe zugesichert, selbst oder durch Dritte den FCB finanziell zu unterstützen, falls dies notwendig werden werde, und die Aktien nur im Rahmen einer Basler Lösung weiter zu veräussern. 

Centricus sei kein Thema mehr

Kein Thema mehr ist eine Beteiligung des britischen Fonds Centricus. Das sei «definitiv vom Tisch», sagt Degen. Er selber wolle diese Kooperation nicht kommentieren. «Burgener hat das für eine gute Lösung gefunden.»

An der ordentlichen Generalversammlung der FC Basel Holding AG vom 15. Juni 2021 sollen Bernhard Burgener, Peter von Büren sowie Karl Odermatt aus dem Verwaltungsrat ausscheiden. 

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Es werde sich ein neuer Verwaltungsrat zu Wahl stellen, bestehend aus Johannes Barth, Reto Baumgartner, David Degen, Marco Gadola, Christian Gross, Sophie Herzog und Andreas Rey (siehe unten). Reto Baumgartner ist als Verwaltungsratspräsident vorgesehen.

Nach dem Verkauf halte Degen 91,96 Prozent der Aktien der FC Basel Holding AG. In einem nächsten Schritten werde ein Teil dieser Aktien an drei Personen weiter verkauft, wie Degen an der Pressekonferenz ankündigte: Johannes Barth, Marco Gadola und Andreas Rey. Der Rest der Aktien liege bei fünf Kleinaktionären. 

Degens Sprecher Daniel Büchi hält zudem fest, dass keiner der Aktionäre eine Mehrheit halten werde. «Der FCB soll künftig auf mehr Schultern abgestützt sein.»

Rahmen soll Trainer bleiben

An der Pressekonferenz sprach Degen auch ein Bekenntnis zum Trainer aus: «Patrick Rahmen ist unser Trainer und wird unser Trainer bleiben». Auf Nachfrage konkretisierte er, damit sei die erste Mannschaft gemeint. Rahmen mache einen guten Job und habe das Vertrauen verdient. «Aber es ist klar, wir sind in einer Leistungsgesellschaft. Jeder muss performen.»

 

David Degen, links, und Bernhard Burgener, rechts, an einer Medienkonferenz des FC Basel 1893 in Basel, am Mittwoch, 11. Mai 2021. Die Differenzen rund um die Uebertragung der Aktien an der FC Basel Holding AG von Bernhard Burgener an David Degen sind bereinigt. Die Parteien haben sich aussergerichtlich geeinigt. David Degen uebernimmt die Aktioen von Bernahrd Burgener. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Ballübergabe: David Degen (l.) und Bernhard Burgener an der Medienkonferenz in Basel. 

Quelle: Keystone

Das ist der neue Verwaltungsrat

Reto Baumgartner, Präsident

Baumgartner ist seit dem Rücktritt Burgeners Präsident des Vereins FC Basel. Der ehemalige Fussballer – er spielte in der Mannschaft, als sie 1994 zurück in die oberste Liga aufstieg – arbeitet beim Gewerbeverband Basel-Stadt und sitzt seit 2009 im Vorstand des Vereins.

David Degen

Degen stieg im Herbst 2019 mit 10 Prozent bei der FC Basel Holding ein. Der Ex-Fussballer spielte zwischen 2003 und 2014 - mit Unterbrüchen - beim FC Basel und wurde mehrfach mit ihm Schweizermeister. Allerdings verstritt sich Degen mit FCB-Hauptaktionär Bernhard Burgener, der die Aktienmehrheit an eine neue Gesellschaft unter Beteiligung des Hedge Funds Centricus verkaufen wollte. Degen machte darauf ein Vorkaufsrecht geltend.

Christian Gross

Gross ging als einer der erfolgreichsten Trainer in die Geschichte des FC Basel ein. Er leitete das Team 1999 bis 2008 und holte mit ihm nicht nur den ersten Meistertitel seit 1980, sondern auch gleich drei weitere und vier Cup-Siege.

Marco Gadola

Gadola ist der Spitzenmanager im Team. Der frühere CEO des Medizinaltechnik-Unternehmens Straumann (2013 bis 2019) präsidiert die Verwaltungsräte von Medartis und DKSH. Weitere Verwaltungsratsmandate hat er unter anderem bei der Messebetreiberin MCH, bei Calida und Tally Weijl.

Johannes Barth

Barth hat zwei Leidenschaften: Hopfen und Geld. Der Banker leitete einst die Bank Sallfort und führte diese in eine Fusion mit der Genfer Heritage, bei welcher er noch immer arbeitet. An der Basler Niederlassung der Bank hängt zudem ein grosses Abbild einer Hopfendolde, ist die Familie Barth doch auch ein grosser Player im Handel mit dem fürs Bier benötigte Grundstoff. Barth hat sich zudem vorgenommen, die schwer angeschlagene Basler FDP wieder auf die Beine zu bringen. Seit Montagabend ist er ihr neuer Kantonalpräsident.

Sophie Herzog

Herzog ist Sportlerin und spielte als Fussballerin einst beim FC Basel. Mit 22 Jahren beendete sie die Karriere als Fussballerin und wechselte zum Triathlon. Herzog ist die Tochter von Stadion-Architekt Jacques Herzog

Andreas Rey-Krayer

Rey dürfte den meisten Baslern weniger bekannt sein, hat aber in eine bekannte Familie eingeheiratet. Die Juristin Ursula Rey-Krayer ist Tochter von Georg Krayer, dem ehemaligen Präsidenten der damaligen Bank Sarasin. Das ist insofern neckisch, als bekannt ist, dass Eric G. Sarasin sich einst selbst um das Präsidium des Clubs bemüht hatte – und dem Vernehmen nach auch jetzt wieder im Rennen war.

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Unübersichtlich: Die Beteiligungsverhältnisse bei Highlight und FC Basel

Burgeners Welt: So sahen die Beteiligungsverhältnisse bis zum Verkauf an David Degen aus. Unklar bleibt, welche Geschäftsbeziehungen zwischen dem FC Basel und der Highlight-Gruppe bestehen.

Quelle: HZ/hec