Ernesto Bertarelli hat, unbemerkt von der Öffentlichkeit, ein riesiges Immobilienportfolio an die Swiss Life verkauft. Bertarelli hat gemäss Schätzungen von «Bilanz» ein Vermögen von 14 bis 15 Milliarden Franken. Das macht den Clan zu einem der zehn Reichsten der Schweiz

Das Geld verdienten die Bertarellis in erster Linie mit dem Verkauf des Biotechunternehmens Serono. Der deutsche Pharma-Konzern Merck kaufte die Firma vor knapp über zehn Jahren für 16 Milliarden Franken. Ernesto Bertarelli kümmert sich seither um sein Segel-Hobby, um Finanzierungen von Jungunternehmen – und um Betongold.

Roxbury ist das Immobilien-Vehikel des Multimilliardärs. Und eben diese Roxbury hat in den letzten Monaten zwei Wohnimmobilien und eine Gewerbeanlage an die Swiss Life abgetreten. Ein Sprecher von Bertarelli und der Versicherungsgesellschaft bestätigen den Deal.

20 Liegenschaften wechseln die Hand

«Swiss Life hat in der Westschweiz ein Immobilienportfolio mit insgesamt rund 20 Liegenschaften übernommen», sagt Florian Zingg. Der Kauf ergänze den Liegenschaftsbestand von Swiss Life «sowohl hinsichtlich der Nutzung wie auch der geografischen Diversifikation».

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«Roxbury hat Immobilien veräussert, die fertig entwickelt sind», so Bertarelli-Sprecher Jörg Neef. «Dies steht im Einklang mit der Unternehmensstrategie, da Roxbury ein Immobilienentwickler ist und kein passiver Immobilienhalter.» Der Erlös fliesse in neue Projekte.

Wie viel die Swiss Life für die Immobilien bezahlt hat, ist nicht klar. Ebenso, um welche Liegenschaften es sich handelt. Gut möglich, dass der Versicherer La Feuillère, ein Quartier in Lausanne mit zehn Immobilien, von Bertarelli erworben hat. Zu Roxbury gehört auch das Projekt Morillons 22 in Genf.

Die beim Handelsregister hinterlegten Unterlagen geben immerhin einen Einblick in die Profitabilität des Swiss-Life-Investments. Der Gesamtwert der zugekauften Anlagen summiert sich auf 320 Millionen Franken!

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Fast 9 Millionen Franken Reingewinn pro Jahr

Noch eindrücklicher: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben die Immobilien einen gemeinsamen Gewinn von 4,3 Millionen Franken erwirtschaftet. Nach Steuern und Abschreibungen. Aufs Jahr hochgerechnet sind das unterm Strich fast 9 Millionen Franken.

Immobilien spielen eine wichtige Rolle bei Swiss Life. «Mit ihnen erzielen wir langfristige und sichere Erträge, die wir zu grossen Teilen unseren Kunden weitergeben», sagt Sprecher Zingg. Swiss Life investiere schweizweit.

Der Fokus liege auf gute Lagen in schweizerischen Gross- und Mittelzentren. Mit einem Portfolio von rund 30 Milliarden Franken sei Swiss Life die grösste private Immobilienbesitzerin der Schweiz und gehöre zu den grössten Investoren in Europa.

In der jüngeren Vergangenheit sorgte Swiss Life insbesondere mit dem Manor-Streit in Zürich für Schlagzeilen. Ende Januar ist Schluss mit dem Kaufhaus an der Zürcher Bahnhofstrasse. Das Traditionshaus muss raus, der Umbau der Swiss-Life-Immobilie beginnt nahtlos.

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Dieser Artikel wurde zuerst im Wirtschaftsressort des «Blick» veröffentlicht.

www.blick.ch/wirtschaft