Der Medienriese Bertelsmann baut sein Musikgeschäft aus und übernimmt das Musikrechteunternehmen BMG vollständig. Das teilte das Unternehmen mit.

Bisher war der Finanzinvestor KKR mit 51 Prozent Mehrheitspartner, Bertelsmann hielt 49 Prozent. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. «Wir holen die Musik zurück in den Konzern», sagte der Bertelsmann-Verwaltungsratspräsident, Thomas Rabe.

«Wenige Jahre nach unserem Ausstieg aus dem traditionellen Musikgeschäft ist es uns im Verbund mit KKR gelungen, das weltweit viertgrösste Musikrechteunternehmen aufzubauen», sagte Rabe. Nicht zuletzt darum benötigt das Geschäft eine kartellrechtliche Genehmigung. Mit einer Entscheidung werde noch im ersten Halbjahr gerechnet, hiess es.

BMG verwaltet mehr als eine Million Songrechte, darunter Werke von Künstlern wie Bruno Mars, Duran Duran, Gossip, Johnny Cash oder Will.i.am. Mit den umfassenderen Masterrechten (Komposition und Aufnahme) lassen sich Künstler wie Brian Ferry, Nena oder Anastacia durch BMG vertreten.

In den USA, Grossbritannien und Schweden handelt die Firma unter dem Namen BMG Chrysalis.

Finanzkreisen zufolge lässt sich Bertelsmann das zwischen 700 und 800 Millionen Euro kosten.

Rückkehr nach 2008 in «Wachstumsmarkt»

Berteslmann-Verwaltungsratspräsident Thomas Rabe hatte den Wiedereinstieg ins Musikgeschäft, aus dem sich der Konzern 2008 eigentlich verabschiedet hatte, massgeblich betrieben.

Nach der Komplettübernahme, die im ersten Halbjahr über die Bühne gehen soll, will der Medienkonzern das Geschäft eigenständig weiterentwickeln. Bertelsmann strebe keine Kooperation an.

Das Musikrechtegeschäft sei ein wachsender Markt, sagte Rabe. Wachstumspotenzial sieht er in immer neuen Angeboten, Musik in digitaler Form zu verbreiten, sowie in Schwellenländern. Rabe will weitere kleinere und mittlere Akquisitionsmöglichkeiten am Markt nutzen.

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Bertelsmann und KKR haben BMG durch kleinere Akquisitionen zum weltweit viertgrössten Musikrechteunternehmen ausgebaut. Der ganz grosse Wurf blieb BMG 2011 allerdings verwehrt. Beim Milliarden-Wettbieten um die Musikrechte-Kataloge des Traditionslabels EMI und von Warner Music ging die Firma leer aus.

(chb/aho/awp/sda)