Weshalb braucht es in der Schweiz einen Lehrgang zum Innovationsmanager?

Urs Guggenbühl: In gesättigten Märkten ist Innovationsfähigkeit ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor. Mit dem Eintritt der Schwellenländer in den globalen Markt hat der Druck auf die KMU weiter zugenommen. Auch die Dynamik nimmt stetig zu. Im internationalen Vergleich steht die innovative Schweiz an der Spitze. Es geht darum, diese Position zu halten.

Wieso hat sich das IZSG entschieden, einen solchen Lehrgang anzubieten?

Guggenbühl: Innovation ist eines von vier strategischen Themenfeldern, in denen die FHS St. Gallen eine nationale und internationale Qualitätsführerschaft verfolgt. Als interdisziplinäre Hochschule kann die FHS St. Gallen im IZSG die notwendigen Kompetenzen zusammenführen.

Und was befähigt das IZSG dazu?

Guggenbühl: Das kanalisierte Wissen vereint Wirtschaftlichkeit, Technik sowie gesellschaftliche Wahrnehmung in den vermittelten Inhalten. Unser Ansatz ist umfassend und konkurrenzlos.

Worauf werden die Ausbildungsgrundlagen für den neuen Lehrgang gestützt?

Guggenbühl: Wir verfolgen einen eigenen, menschenzentrierten Ansatz mit fachübergreifender Praxisorientierung. Vereinfacht gesagt geht es um Innovationsdesign und strategisches Innovationsmanagement mit vertieftem Prozess-Know-how. Absolvierende können Innovationen von der Idee bis zur Markteinführung managen.

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Wie wird das neue Berufsbild des Innovationsmanagers definiert und anerkannt?

Guggenbühl: Innovationsmanager sind die kreative Schaltstelle in den Firmen. Sie vermitteln zwischen Tagesgeschäft und Neuem. Ihre Aufgabe ist es, Chancen zu erkennen und diese in Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse umzusetzen. Dazu braucht es Teamfähigkeit und Überzeugungskraft. Der Titel Master of Advanced Studies, MAS, in Corporate Innovation Management ist ein eidgenössisch geschützter Titel, bestätigt durch das BTT.

Wie steht es um das Interesse der Schweizer Wirtschaft für diese neue Ausbildung?

Guggenbühl: Das Interesse ist gross. Allerdings übernehmen wir eine Pionierrolle. Viele kennen die Ausbildung noch nicht. Unsere Aufgabe ist deshalb auch, das Berufsbild in der Schweiz zu etablieren. Wir rechnen bei der Premiere mit 15 bis 20 Studierenden zwischen 30 und 50 Jahren.

Was kann ein Absolvent besser als ein unausgebildeter Innovationsmanager?

Guggenbühl: Er weiss, welche Werkzeuge wie genutzt werden, um Innovationsprozesse aufzusetzen und durchzuführen. Er hat das Können. Eine wichtige Funktion, die den Sprung ins Management bedeutet. Die heutige Realität ist oft, dass sich Entwicklung oder Marketing um Innovationen kümmern ? mit eher einseitiger Sicht.