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Schlichtung
Beruhigungs-Pille für die Sika-Aktionäre

Der französische Konzern Saint-Gobain will sich in einem offen Brief an die Sika-Aktionäre und -Mitarbeitenden erklären und für versöhnliche Töne sorgen. Der Weg vor Gericht ist dennoch unvermeidlich.

Veröffentlicht am 10.05.2015

Der Saint-Gobain-Konzern wird sich offenbar mit einem offenen Brief an die Sika-Aktionäre und -Mitarbeitenden richten. Dies dürfte aber nichts daran ändern, dass der Streit um Sika vor den Gerichten ausgetragen wird. Doch die Franzosen wollen gut Wetter machen.

Im eigentlich noch unveröffentlichten Brief, über den die «Schweiz am Sonntag» und die «Zentralschweiz am Sonntag» berichteten, ruft Saint-Gobain dazu auf, nun einen konstruktiven Dialog über die zukünftige Unternehmensführung bei Sika aufzunehmen. Das französische Unternehmen versucht zudem, sich selbst zu erklären.

Sika soll so geführt werden wie bisher

So verweist der Saint-Gobain-Konzern darauf, dass er bereits seit 1937 in der Schweiz präsent ist und ihm erfolgreiche Schweizer Unternehmen wie Sanitas Troesch, Rigips oder Vetrotech gehören. Alle diese Unternehmen würden durch Schweizer geführt, heisst es dazu.

Im Anschluss daran wird beteuert, dass auch Sika wie bisher geführt werden soll. Ausserdem bestehe keinerlei Absicht, die ausstehenden Sika-Aktien zu erwerben, heisst es im vom Saint-Gobain-Chef Pierre-André de Chalendar unterschriebenen Brief.

«Keine Entlassungen»

Das Schreiben richtet sich aber auch an die Sika-Mitarbeitenden. Diesen werden zusätzliche berufliche Möglichkeiten aufgezeigt, die durch die Übernahme entstehen würden. Klartext wird bezüglich Arbeitsplatzsicherheit gesprochen: «Es ist unsere klare Absicht, weder Entlassungen von Sika-Mitarbeitenden noch irgendwelche Restrukturierungen aufgrund unseres Kaufs vorzunehmen.»

Saint-Gobain will die Sika-Beteiligung der Erbenfamilie Burkhard übernehmen, die mit einem Kapitalanteil von 16 Prozent 52 Prozent der Stimmenanteile umfasst. Gegen den Kauf regt sich Widerstand vom Sika-Verwaltungsrat und -Management, aber auch von Aktionären. Für Saint-Gobain gibt es gemäss Brief aber keinen Zweifel daran, dass die Transaktion mit der Familie Burkard rechtmässig ist.

Verzögerungstaktik

Die Opposition gewisser Verwaltungsratsmitglieder von Sika wird von Saint-Gobain als Verzögerungstaktik bezeichnet, die den Verkauf behinderten und letztlich zum Schaden sämtlicher Anspruchsgruppen der Sika seien. Der Brief, der demnächst als Inserat erscheinen dürfte, wurde von der «Schweiz am Sonntag» im Original online gestellt.

(sda/awp/dbe)

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