Gegen die Lizenz für die Stadtcasino Baden AG zum Betrieb eines Casinos im Palais Schwarzenberg in Wien ist Beschwerde eingereicht worden. Beschwerdeführerin ist die Casinos Austria, die selber gerne ein weiteres Casino in Wien aufgebaut hätte.

Die Beschwerden, die bereits Ende Juli eingereicht worden waren, wurden mit Fehlern in den Vergabebescheiden begründet. Zudem vermutet die Casinos Austria, dass politische Interventionen die Lizenzvergabe beeinflusst hätten.

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Casinos Austria gehe es wohl nur darum, Zeit zu gewinnen und sich so die Konkurrenz möglichst lange vom Hals zu halten, sagt dagegen Detlef Brose, der Chef der Stadtcasino Baden AG. Casinos Austria hat derzeit in Österreich noch das Monopol für Spielbanken.

Im Gespräch mit der österreichischen Nachrichtenagentur APA bezeichnete Brose die in den Beschwerden vorgebrachten Punkte als absurd. So wurde etwa moniert, dass die bei der Lizenzvergabe obsiegende Betreibergesellschaft in den Bewerbungsunterlagen nicht erwähnt habe, dass sie Spielbanken betreibe.

Konkurrenz auch aus Deutschland

Neben der Stadtcasino Baden AG ist auch der deutsche Automatenkonzern Gauselmann an der Betreibergesellschaft für das neue Casino in Wien beteiligt. Mit den Beschwerden kommt es nun zu Verzögerung beim Projekt. Zudem muss für das derzeit leer stehende Palais Schwarzenberg Miete bezahlt werden.

Brose rechnet mit einem Entscheid zu den Beschwerden zwischen Januar und April 2015. Mit dem Umbau des barocken Gebäudes will er erst beginnen, wenn er einen rechtskräftigen Bescheid dafür in der Tasche hat. Das Palais Schwarzenberg befindet sich neben der Schweizer Botschaft und dem Schloss Belvedere. Die Umbaukosten werden sich gemäss früheren Angaben auf rund 60 Mio. Fr. belaufen.

Die Casinolizenz gilt für 15 Jahre. Das Grand Casino Wien im Palais Schwarzenberg peilt einen Bruttospielertrag von umgerechnet rund 33 Mio. Fr. im Jahr an.

(sda/chb)