Die deutschen genossenschaftlichen Zentralinstitute DZ Bank und WGZ Bank im Finanzverbund mit den Volksbanken Raiffeisenbanken sind neben der Deutschen Bank unter den 25 grössten Banken in Deutschland die einzigen, die bislang ohne staatliche Hilfe durch die Krise gekommen sind. Die deutschen Genossenschaftsbanken haben sich massive Image- und Wettbewerbsvorteile verschafft. Der genossenschaftliche Finanzverbund kann davon profitieren, zum Beispiel im Wachstumsmarkt Private Banking. Während die Volks- und Raiffeisenbanken im Mengengeschäft über rund 20% Marktanteil verfügen, sind es im Private Banking höchs-tens 3%. Potenzial ist also vorhanden. Die Gruppe ist schon heute im Private Banking wettbewerbsfähig. So bedient die DZ Privatbank Schweiz innerhalb der Gruppe in enger Verzahnung mit ihren Schwesterunternehmen in Luxemburg und Singapur die Nachfrage einer exklusiven Klientel vermögender Personen.

Kernkompetenzen

Die Besonderheiten dieses genossenschaftlichen Private Banking aus der Schweiz liegen in der Einbettung in den Allfinanzverbund. Dessen Basis ist die Konzentration auf Kernkompetenzen: Die 1200 deutschen Genossenschaftsbanken sind die Relationship Manager mit unmittelbarer Marktnähe und grosser Vertriebskompetenz. Die Unternehmen des Finanzverbundes stellen Expertenwissen und Spezial-Know-how zur Verfügung.

Was differenziert eine genossenschaftliche Schweizer Privatbank von den anderen Akteuren am Finanzplatz? Zunächst einmal ist der Fokus klar: Deutsche Kunden der Volksbanken Raiffeisenbanken mit dem Wunsch nach international diversifizierter Vermögensverwaltung stehen im Mittelpunkt. Die deutsche Ortsbank managt die Kundenbeziehung, je nach Aufstellung, Kapazitäten und Grösse berät sie auch in Vermögensfragen. Sie kann aber stets auf die subsidiären Partnerinstitute in Zürich und Luxemburg zurückgreifen, um sich Kompetenzen, Beratung oder Dienstleistungen einzukaufen oder um den Kunden mit einem Teil des Vermögens in die Schweiz zu transferieren. Das funktioniert, weil sich der Kundenberater vor Ort in den Volksbanken Raiffeisenbanken auf den Kundenschutz verlassen kann und weil er für seinen anteiligen Beitrag in der Wertschöpfungskette am Erfolg aus der Kundenbeziehung auch finanziell dauerhaft beteiligt ist.

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Umgekehrt muss die DZ Privatbank Schweiz kein eigenes Vertriebsnetz in Deutschland halten, sie kann sich auf die subsidiäre Vertriebsleistung in den regionalen Märkten der Volks- und Raiffeisenbanken verlassen. Für dieses einfache, arbeitsteilige und etablierte Modell hat die Schweiz eine ausdrückliche Genehmigung und Vertriebszulassung.

Allfinanzverbund

Das Konzept des Allfinanzverbundes ist ein Konzept von Effizienz und Synergien. Seine Stärken sind Subsidiarität, dezentrales Kundenmanagement und Kernkompetenzorientierung. Das funktioniert dann, wenn die Volksbanken Raiffeisenbanken die Manager der Kundenbeziehung bleiben, die Arbeitsteilung akzeptiert ist und komparative Kompetenzvorteile genutzt werden. Die Basis sind Gegenseitigkeit und Commitment sowie die Bereitschaft zum Verzicht, etwa auf hundertprozentige Selbsterstellung unter Nutzung der verbundeigenen Plattformen. Die Zukunftsfähigkeit einer Auslandsbank in der Schweiz wird in der Regel anhand der Grösse beurteilt. Richtiger wäre eine qualitative Bewertung des Geschäftsmodells. Dabei steht im Private Banking der Zugang zu vermögenden Kunden in den jeweiligen Zielmärkten als Erfolgsfaktor ganz oben. Die strategischen Wettbewerbsvorteile einer nationalen und internationalen Verbundeinbettung belegen dies nachdrücklich.