Plastisch schilderte Paul Achleitner, Vorstandsmitglied von Allianz, die derzeitige Situation: Billiges Kapital sei für den jetzt darnieder liegenden «Patienten» wie Steorid gewesen. Jetzt stünden viele Ärzte um sein Bett, die ihm aber auf die Schnelle nicht helfen könnten und untereinander uneins seien. Bundesrat Hans-Rudolf Merz und CS-CEO Brady Dougan warnten vor übertriebenen Regulierungen, wobei Dougan vor allem ein Angriff auf die Grösse der Banken ein Dorn im Auge ist. Das Problem sei weniger die Grösse als die zu geringe Fokussierung.

Lord Griffiths of Fforestfach, Vize-Chairman von Goldmann Sachs, bezeichnete eine Unternehmenskultur, die einen verantwortungsvollen Kapitalismus fördere, wichtiger als Regulierungen. Joe Ackermann plädierte dafür, sich rechtzeitig um eine Exit-Strategie zu bemühen. Samuel DiPiazza, CEO von PwC International, und Joe Hogan, CEO von ABB, mahnten die Bekämpfung des aufkeimenden Protektionismus an.

Viel Zeit blieb für das Networking: Hogan war zum ersten Mal dabei und sagte: «Ich musste mir die Zeit absparen, bereue aber keine Sekunde.» Walter Grübler, VR-Präsident von Sika, kramte amüsante Erinnerungen aus der Zeit hervor, als er mit Merz im Vorstand der Studentenschaft war. Und Christoph Binswanger freute sich über das Wiedersehen mit seinem - wie er sagte «Star-Assistenten» - Ackermann, der seinetwegen beinahe eine akademische Laufbahn eingeschlagen hätte.

Anzeige

Ascom-CEO Riet Cadonau besucht nur ein Mal im Jahr einen solchen Anlass. Dass er nun gekommen ist, hänge damit zusammen, dass die Studentenorganisation ISC es verstehe, eine lockere Atmophäre zu schaffen. Das schätzt auch Bénédict Hentsch: «Die Gespräche mit den jungen Leuten sind besser als eine Frischzellenkur.» Boris Pascal, Chef von BNP Paribas Schweiz: «Wer so etwas organisiert, hat Leaderqualität.» Das fanden auch Helvetia-VRP Erich Walser und CEO Stefan Loaker. «Unser Mutterhaus liegt neben der HSG, wir haben immer ein Auge auf diese Absolventen.»