Der Ruf der Hedgefonds hat 2008 schweren Schaden genommen. Viele Strategien haben damals nämlich ihre selbst gesteckten Ziele weit verfehlt, insbesondere jenes, unabhängig von der Entwicklung des breiteren Marktes überdurchschnittliche Renditen zu generieren. Anleger sollten jedoch nicht gleich alle Hedgefonds-Strategien verwerfen. Insbesondere zwei Strategien, Global Macro und Event Driven, sollten in Betracht gezogen werden.

Macro-Fonds fördern die Diversifikation

Global-Macro-Fonds, häufig auch Trading-Fonds genannt, investieren in Währungen, Anleihen, Aktien und/oder Rohstoffe, wobei die Trading-Strategien innerhalb einer Anlageklasse und Region oder über mehrere hinweg umgesetzt werden. Diese Fonds können ihr Depot ganz oder teilweise in Long- oder Short-Positionen aufbauen und Futures sowie Optionen einsetzen. Trading-Manager gehen entweder diskretionär vor, wie zum Beispiel traditionelle Macro-Manager, oder quantitativ wie Commodity Trading Advisors, kurz CTA. Ihr Konzept besteht darin, unter allen Marktbedingungen Renditen erzielen zu können. Dies liegt an der hohen Liquidität ihrer Märkte und am Bestreben, Änderungen und Trends unabhängig von der allgemeinen Marktrichtung zu nutzen.

Einem Anlegerportfolio können diese Fonds wegen ihrer Widerstandsfähigkeit in fallenden Märkten einen Mehrwert verschaffen. Die fehlende Korrelation erklärt sich vor allem dadurch, dass diese Fonds in eine Reihe unterschiedlicher Märkte und Anlageklassen investieren. Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt der Erfolgsnachweis (Track Record): Der Vergleichsindex HFRX Macro weist im Zeitraum vom 31. März 2003 bis 31. Dezember 2010 gegenüber dem MSCI-Weltaktienindex in US-Dollar eine Korrelation von 0,19 auf. Mit anderen Worten: Fielen die Weltbörsen um 1 Prozent, so verloren Macro-Hedgefonds nur knapp 0,2 Prozent.

Anzeige

Noch wichtiger ist die Tatsache, dass die Korrelation zwischen dem HFRX Macro Index und dem MSCI Index in Krisenzeiten am Aktienmarkt in der Regel stark nachlässt. So legte 2008 der HFRX Macro Index sogar zu, während der Aktienmarkt Verluste erlitt. Ebendiese Fähigkeit, Krisen abzufedern und das Portfolio insgesamt zu diversifizieren, macht Macro-Trading-Fonds zu den Favoriten unter den alternativen Anlagen.

Die zweite alternative Anlagestrategie, die sich 2011 auszahlen wird, ist Event Driven. Dieser Ansatz versucht, Preisineffizienzen zu nutzen, die durch besondere Unternehmensereignisse ausgelöst wurden. Die am häufigsten verwendete Unterkategorie in diesem Bereich ist die sogenannte Merger/Risk-Arbitrage; diese nutzt die sich verringernde Differenz zwischen dem aktuellen Aktienkurs eines Unternehmens, das Gegenstand einer Fusion oder Übernahme ist, und dem Aktienkurs dieser Firma nach Abschluss der Transaktion zu einem geschätzten zukünftigen Zeitpunkt.

«Event Driven» schlägt Aktienmarkt

In der Vergangenheit haben Event-Driven-Strategien besser als die weltweiten Aktienmärkte abgeschnitten, und das mit weitaus weniger Schwankungen. In den zehn Jahren bis zum 31. Dezember 2010 erzielte beispielsweise der HFRI/HFRX Event Driven Index mit 4,3 Prozent eine bessere Performance als der MSCI-Weltaktienindex in US-Dollar (+2,8 Prozent), wobei die Kursschwankung, gemessen an der Volatilität, mit 6,6 Prozent gegenüber 17,1 Prozent tiefer ausfiel.

Die Aussichten für Event-Driven-Strategien sind 2011 besonders vielversprechend, zumal die Voraussetzungen für eine Outperformance selten so günstig waren. Hierzu zählen: Eine nachlassende Marktvolatilität, niedrige Zinsen, ein zunehmendes Vertrauen der Geschäftsführer in die Zukunft, hohe Cash-Positionen bei übernahmewilligen Firmen, billige Kredite, allgemein günstige Aktienbewertungen sowie eine wachsende Zahl von Unternehmen, die über strategische Zukäufe versuchen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Bewährungsprobe bestanden

Global-Macro- und Event-Driven-Strategien sind also nicht nur einfach irgendwelche ausgediente Hedgefonds-Strategien. Vielmehr haben diese bewiesen, dass sie traditionellen Aktienindizes langfristig in nichts nachstehen, und zwar ohne das Abwärtsrisiko, das mit der Volatilität an den Aktienmärkten verbunden ist. So haben Global-Macro-Fonds ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, dank ihrer vergleichsweise geringen Korrelation mit den traditionellen Märkten die Renditen eines Portfolios zu glätten. Event-Driven-Strategien können indes in erheblichem Umfang zusätzliche Renditen - mit geringer Volatilität - beisteuern, sofern günstige Geschäftsbedingungen herrschen. Da sich Hedgefonds weiter von ihrem Tiefststand im Jahr 2008 erholen, täten anspruchsvolle Anleger gut daran, diesen spezifischen Strategien in ihrem diversifizierten Portfolio Platz einzuräumen.