Die Hotelgruppe Best Western verordnet sich eine Umstrukturierung in Mitteleuropa. Durch den Zusammenschluss von drei Länderorganisationen – darunter der Schweiz – soll die Marketing- und Vertriebskraft verstärkt werden. Zudem strebt die Gruppe ein deutliches Wachstum an.

Man wolle die Struktur in Europa weniger dezentral machen, sagte Best Western Deutschland-Chef Marcus Smola am Dienstag vor den Medien in Zürich. Die Zahl der Regionen werde man von 15 auf 6 senken. Davon ist auch die Schweiz betroffen, wo Best Western 33 Hotels in 23 Städten zählt, die mehrheitlich in Privatbesitz sind, aber unter der Marke auftreten.

Schweiz und Deutschland zusammen

Die Schweiz werde mit den Länderorganisationen Deutschland und Zentraleuropa zusammengelegt, erklärte Smola. Damit würden ab nächstem Jahr 260 Hotels in zehn Ländern unter dem Dach der neuen Länderorganisation Best Western Zentraleuropa gemeinsam vermarktet.

Insgesamt stehen die Häuser in den Ländern Deutschland, Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg, Slowakei, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Kroatien. Die meisten Hotels davon gibt es in Deutschland und Luxemburg, wo Best Western 200 Häuser vermarktet.

Zentrale in Deutschland

Dort befindet sich in der Stadt Eschborn bei Frankfurt auch der Hauptsitz der neuen gemeinsamen Länderorganisation Zentraleuropa. Daneben werde es Regionalbüros in Bern und Wien geben, sagte Smola. Allerdings kommt es dort zu einem Arbeitsplatzabbau, da gewisse Arbeiten ab 2016 zentral von Eschborn aus erledigt würden.

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Von den einstmals 10 Stellen hierzulande blieben noch 4 erhalten, sagte Best Western Schweiz-Chef Peter Michel, der sich Ende Jahr aus dem aktiven Berufsleben zurückzieht. 3 Angestellte seien bereits gegangen.

Grenzüberschreitende Synergien

Ziel des Zusammenschlusses sei es, grenzüberschreitend Synergien zu schaffen und Kosten zu sparen, sagte Smola. Wie hoch diese ausfielen, konnte er auf Nachfrage noch nicht sagen.

«Wir können künftig mehr Geld in Marketing investieren als heute», sagte Smola. Zudem steige durch die Zentralisierung die Zahl der Dienstleistungen für die Hotels auch in der Schweiz. Künftig könnten die Häuser beispielsweise von mehr Beratung, E-Business, gemeinsamem Einkauf, PR oder Marketing profitieren. «Das wird die Wirtschaftlichkeit der Hotels erhöhen.»

Nicht alle machen mit

Allerdings würden sich nicht alle der 33 Hotels hierzulande der neuen Länderorganisation anschliessen. Einzelne Hoteliers hätten sich entschieden nicht mitzumachen, sagte Michel.

Im vergangenen Jahr konnte Best Western Hotels in der Schweiz etwas zulegen. Der vermittelte Umsatz an die 33 Hotels, die sich mehrheitlich im Privatbesitz befinden, aber unter der Marke Best Western auftreten, sei leicht auf rund 18 Millionen Franken gestiegen. Auch künftig will Best Western in Zentraleuropa wachsen. Die Zahl der angeschlossenen Hotels solle bis 2020 auf 300 steigen, sagte Smola. In der Schweiz sollen dann rund 40 Hotels stehen.

(sda/ise/ama)