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Betrugsverdacht: Fifa untersucht Vergabe der Fussball-WM

Russland rüstet sich mit neuen Stadien für die Fussball-WM 2018. (Bild: Keystone)

Dem Fussball droht ein nächster handfester Skandal: Gemäss Medienbericht könnten wegen Betrugsverdacht die Weltmeisterschaften in Russland und Katar womöglich neu vergeben werden. Die Fifa-Ethikkommis

Veröffentlicht am 06.02.2013

Die deutsche Boulevard-Zeitung «Bild» rätselt: «Wird die Fussball-WM neu vergeben?» Die Frage fusst auf einem Bericht der «Sport Bild» (online nicht verfügbar), die auf Informationen des Fifa-Exekutivkomitees zurückgreift.

Demnach steht nicht nur die Vergabe für das Jahr 2022 nach Katar unter Betrugsverdacht, auch die WM 2018 in Russland ist im Visier von Untersuchungen. Laut «Sport Bild» vermutet die Fifa-Ethik-Kommission, dass im Vorfeld einige Stimmen gekauft worden sein könnten – ein Ermittlungsverfahren sei eingeleitet.

Bei der Fifa wird dies nicht bestritten: Wie einer Mitteilung auf der Homepage zu entnehmen ist, wolle man die zuletzt durch Medien erhobenen Vorwürfe «sorgfältig prüfen». Nächstmals kommt die Ethik-Kommission im März zusammen.

Im Zusammenhang mit der WM-Vergabe nach Katar war auch Uefa-Chef Michel Platini ins Kreuzfeuer der Kritik geraten: Er soll sich – kurz vor der Abstimmung – mit dem damaligen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, dem Emir von Katar und der Klubspitze von Paris St-Germain getroffen haben. Bei diesem Abendessen solle Sarkozy Platini überzeugt haben, für Katar zu stimmen – im Gegenzug soll Scheich Hamad Al Thani laut Bericht Millionen-Investitionen in den französischen Fussball zugesagt haben. 2011 wurde Platinis Sohn Lauren Europa-Chef einer Investoren-Gruppe aus Katar.

Platini, der sich lauthals zur Wehr setzt und damit droht, «vor Gericht gegen jede Person vorzugehen, die meine Integrität bei dieser Abstimmung in Frage stellt», hätte ein solches Treffen laut Fifa-Ethikkodex melden müssen.

Laut Informationen der «Sport Bild» werde die Ethik-Kommission an einem Kongress auf Mauritius im Mai empfehlen, die WM neu zu vergben. Andernfalls drohten dem Weltfussballverband Schadenersatzklagen der Mitbewerber USA, Australien, Japan und Südkorea. Davon distanziert sich der Fussball-Weltverband in einer Stellungnahme jedoch vehement. «Die Fifa möchte hiermit klarstellen, dass es beim kommenden Fifa-Konkress im Mai 2013 auf Mauritius keinerlei Neuabstimmung zur Fifa Fussball-Weltmeisterschaft 2022 geben wird». 

(vst/tno/muv)

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