Das Angebot der Bezahl-Apps in der Schweiz formiert sich. Diese Woche hat die Postfinance ihr Angebot Twint lanciert. Die Swisscom hat das Ende des eigenen Produkts Tapit angekündigt. Die Telekomanbieterin schwenkt auf den Kurs der Six ein und hilft künftig, das bisherige Konkurrenzprodukt Paymit auszubauen. Eine «gesamtschweizerische Lösung» soll entstehen.

Im Zuge dessen suchen die Paymit-Anbieter – neben der Six auch UBS, ZKB und weitere Geldhäuser – die Nähe zur  Migros Bank. Diese hat ein eigenes Bezahlangebot angekündigt, Details sind noch offen. Bereits bekannt ist, dass diese App an Bankkonten der Migros Bank gekoppelt werden kann. Weitere Zahlungsmittel könnten eingebunden werden, zitiert die Zeitung den Migros-Bank-Manager Stephan Wick.

Paymit gemeinsam mit der Migros Bank?

Das ist für Paymit interessant: Bisher ist die App für Überweisungen gedacht, bald soll aber auch das Bezahlen in Geschäften möglich werden. Darum ist die App aus Sicht von Six-Chef Urs Rüegsegger ein geeigneter Kooperationspartner für die Migros Bank. «Denkbar wäre, dass Migros-Bank-Kunden über ihr Bankkonto bezahlen und alle anderen über Paymit», sagt Rüegsegger gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Zum konkreten Stand der Einbindung sagt er nichts.

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Die Migros kommentiert Gedanken an eine Kooperation derzeit ebenfalls nicht, will aber bald Informationen zur App liefern. Für Six wäre die Kooperation ein grosser Schritt, nachdem Konkurrentin Coop angekündigt hatte, das Handyzahlungsmittel Twint von der Postfinance zu akzeptieren.

Export von Paymit nach Österreich

Seit dem Start im April ist die Zahl-App Paymit auf viel Interesse gestossen. Bis heute sei die App schon 90’000 Mal installiert worden, heisst es bei der Six-Pressestelle. 63’000 Personen nutzten sie aktiv. «Wir haben jeden Tag 1000 bis 2000 Anmeldungen», sagt Rüegsegger. Für ihn ist klar: «Paymit soll der Schweizer Standard für Handyzahlungen werden.»

Die Six plant bereits einen Export des neuen Zahlsystems. Konzernchef Rüegsegger:«Wir überlegen uns, ob wir Paymit nicht auch in unseren beiden Heimmärkten in Österreich und Luxemburg einführen wollen.»

(me)