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Bienensterben: EU will Syngenta-Produkte verbieten

Gute Nachrichten aus Luxemburg für Bienen
Syngenta wehrt sich, Greenpeace geht der Bienenschutz nicht weit genug. (Bild: Keystone)Quelle: Keystone

Im Kampf gegen das Bienensterben empfiehlt die EU-Kommission, drei Insektizide vorübergehend aus dem Verkehr zu ziehen - zwei davon von Syngenta. Der Schweizer Konzern kritisiert die wissenschaftliche

Veröffentlicht am 31.01.2013

Die EU will Europas bedrohten Bienen durch ein Pestizidverbot zur Hilfe eilen: Die EU-Kommission hat empfohlen, drei synthetische Insektizide (Neonicotinoide) zunächst für zwei Jahre aus dem Verkehr zu ziehen. Betroffen die Insektizide Thiamethoxam von Syngenta sowie Clothianidin und Imidacloprid von Bayer.

Die EU-Kommission reagierte mit ihrem Entscheid auf eine Studie der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA), wonach die Schädlingsbekämpfungsmittel für das grassierende Bienensterben verantwortlich sind. «Wir schlagen deswegen ein Pestizidverbot für Sonnenblumen, Raps, Mais und Baumwolle vor», sagte Frédéric Vincent, Sprecher von Gesundheitskommissar Tonio Borg, in Brüssel.

Sowohl die Anwendung über den Samen, als auch über Granulat oder Spray sollten ausgesetzt werden. Geht es nach der Kommission, dann stimmen die Mitgliedsstaaten schon Ende Februar über die Massnahme ab, damit sie ab Juli greifen kann. Die Beratungen darüber begannen am Donnerstag.

In Deutschland gelte zum Schutz der Bienen bereits ein Neonicotinoid-Verbot für Mais, sagte Vincent. Auch Slowenien, Italien und Spanien hätten schon Massnahmen ergriffen. Allerdings gibt es in mehreren Ländern auch Vorbehalte.

Der Umweltschutzorganisation Greenpeace geht der Vorschlag aus Brüssel noch nicht weit genug. «In vielen Teilen Europas geht die Bienenpopulation rapide zurück», sagte Greenpeace-Fachmann Matthias Wüthrich. «Das Verbot einiger weniger gefährlicher Pestizide ist nur ein sehr begrenzter Schutz.»

Syngenta krisiert Studie

Syngenta hatte sich bereits Mitte Januar gegen die EFSA-Studie zur Wehr gesetzt. Diese sei offensichtlich unter politischem Druck und übereilt verfasst worden, so der Agrochemiekonzern seinerzeit.

Der in lediglich drei Monaten erstellte Bericht sei nicht nur mit vielen Unsicherheiten behaftet; er berücksichtige auch nicht die umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen, die im Vorfeld der Produktelancierung durchgeführt wurden, noch die seither während vieler Jahre gemachten Feldbeobachtungen.

Der Bericht sei daher der ESFA und ihrer Wissenschaftler «unwürdig», schrieb Syngenta wörtlich. «Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mittel das Produkt verteidigen», warnten die Basler am 16. Januar.

(tno/awp)

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