Ex-Libris-Chef Peter Bamert kämpft gegen die Buchpreisbindung: «Ich bin der Robin Hood der Kunden und Leser. Ein Jahr, nachdem die Buchpreisbindung weggefallen ist, fand weder ein Buchladensterben statt, noch wurden die Bücher teurer.»

Anderer Meinung ist Hanspeter Büchler, CEO der Buchhandelskette Thalia: «Die Aufhebung der Buchpreisbindung hat dazu geführt, dass Bestseller billiger, Bücher insgesamt aber teurer wurden. Das ist nicht im Interesse der Kunden.» Auch Dani Landolf, Geschäftsführer des Schweizerischen Buchhändler- und Verlegerverbandes, widerspricht Bamert: «Wegen des Fallens der Buchpreisbindung gaben drei Buchhandlungen auf.»

Ende August wird die parlamentarische Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) entscheiden, ob sie auf den Entwurf für ein Buchpreisbindungsgesetz eintreten wird. Eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz soll dann zeigen, wie sich die Preise entwickelt haben. Laut Sönke Bandixen, CEO von Orell Füssli, haben sich die Buchpreise insgesamt um 2,1% erhöht. Das sei aber nicht auf die Aufhebung der Buchpreisbindung, sondern auf den Wechselkurs zum Euro und die steigenden Logistikkosten zurückzuführen.

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Ex Libris hat die Preise für Bestseller um 30% reduziert. «Von drei bis fünf Bestseller-Titeln verkauft Ex Libris aufgrund ihrer Rabattangebote wesentlich mehr als früher», so Diogenes-Geschäftsführer Stefan Fritsch. «Hier findet eine Verlagerung der Absätze von den Kleinen auf die Grossen statt.»