Der Ölpreis-Verfall trifft die grossen Firmen der Branche weiterhin mit voller Wucht. Royal Dutch Shell meldete für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 1,8 Milliarden Dollar, 70 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und auch deutlich unter den Analystenschätzungen.

Bei der französischen Total betrug das Minus 23 Prozent auf 2,75 Milliarden Dollar, was zumindest über den Markterwartungen lag. Der italienische Eni-Konzern rutschte sogar in die roten Zahlen und kam auf einen Nettoverlust von 952 Millionen Euro, nachdem es im Jahr zuvor noch einen Überschuss von 1,7 Milliarden gab.

Milliarden-Abschreiber

Bei Shell wirkten sich vor allem Abschreibungen in Höhe von 8,2 Milliarden Dollar negativ aus. Sie gehen auf gestoppte Projekte in Alaska und Kanada zurück. Shell-Aktien büssten in London 1,5 Prozent ein. Der Konzern betonte allerdings, die geplante 70-Milliarden-Dollar-Übernahme des britischen Gas-Konzerns BG Group sei auf Kurs, Anfang nächsten Jahres über die Bühne zu gehen.

Weil sich der Ölpreis binnen Jahresfrist in etwa halbiert hat, streichen die Firmen der Branche derzeit Tausende Stellen und kürzen ihre Investitionen, zuletzt auch erneut BP. Total teilte mit, die Ölforderung im abgelaufenen Quartal um zehn Prozent ausgeweitet zu haben. Experten zufolge ist wegen der riesigen Überkapazitäten im Markt vorerst kein Ölpreisanstieg zu erwarten.

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(sda/dbe)