Das Biotechunternehmen Evolva weist für das erste Halbjahr 2017 mit 3,6 Millionen Franken 3 Prozent weniger Umsatz aus als in der Vorjahresperiode. Der Nettoverlust stieg von 18,8 auf 20,3 Millionen Franken.

In der Umsatzentwicklung spiegle sich weiterhin der Übergang von Forschung und Entwicklung zum Vertrieb von kommerziellen Produkten, teilte das Unternehmen mit Sitz in Reinach BL am Montag mit.

Etwas mehr Verkäufe

Die Produktverkäufe beziffert Evolva auf 0,9 Millionen Franken, in der Vorjahresperiode waren es noch 0,4 Millionen gewesen. Der Erlös aus dem Produktverkauf machte in der ersten Jahreshälfte einen Viertel des Gesamtumsatzes aus. Im Vorjahr waren es noch 11 Prozent.

Der Produktumsatz konnte laut Evolva hauptsächlich wegen des Umsatzsprungs beim Nahrungsmittelzusatz Resveratrol kräftig wachsen.

Der Umsatz aus Forschungs- und Entwicklungstätigkeit ging zurück, weil zwei wichtige Projekte ihren Zenit überschritten haben, wie die Firma weiter schreibt.

Weniger Geld für Forschung

Die Produktionskosten stiegen von 0,9 Millionen auf 2 Millionen Franken. Das liege an den höheren Umsätzen mit ihren Produkten und an einem höheren Personalbestand in diesem Bereich, erklärte Evolva in der Mitteilung.

Der Forschungsaufwand als grösster Kostenblock sank von 16,2 auf 13,4 Millionen Franken. Dazu trug die geringe Inanspruchnahme externer Auftragsforschungsinstitute bei.

Schlechteres Ergebnis

Die Konzentration auf die Anwendungsentwicklung bewirkt ausserdem, dass ein Teil der Forschungs- und Entwicklungskosten in den Vertriebs- und Verwaltungsaufwand verschoben wurde. Dieser legte um 24 Prozent auf 8,9 Millionen Franken zu.

Das Finanzergebnis samt Steuern verschlechterte sich von 1,8 Millionen Franken auf 0,4 Millionen Franken. Unter dem Strich resultierte ein Nettoverlust von 20,3 Millionen Franken.

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Strukturänderung angesagt

Weiter teilte das Unternehmen mit, dass es die Transformation von einem Forschungs- und Entwicklungsunternehmen zu einem Unternehmen mit eigenen kommerziellen Produkten fortführt. Dafür führt die Firma eine umfassende Analyse der Organisationsstruktur durch. Weitere Einzelheiten stellt Evolva für das dritte Quartal 2017 in Aussicht.

Evolva beabsichtige nicht, grosse Summen in eigene Produktionsanlagen zu investieren. Vielmehr sollen strategische Partnerschaften mit Unternehmen eingegangen werden, die bereits über solche Anlagen verfügen. Als Beispiel wird der US-Agrarkonzern und Coca-Cola-Zulieferer Cargill genannt, mit welchem Evolva für den künstlichen Süssstoff Stevia zusammenarbeitet.

Umsatz verdreifachen

Im Vergleich zum Vorjahr dürfte sich der Produktumsatz im Gesamtjahr 2017 durch ein wachsendes Kundenportfolio mindestens verdreifachen, heisst es weiter. Abhängig von der Erreichung bestimmter Meilensteine rechnet Evolva damit, dass der Umsatz aus Forschungs- und Entwicklungstätigkeit im zweiten Halbjahr 2017 etwas niedriger als im ersten Semester ausfällt.

(sda/jfr/me)