Am 28. Oktober 2010 erklimmt «King Roger» als Marketing-Objekt die nächste Stufe: In Niederbuchsiten wird in Anwesenheit des Sportstars der erste «Roger Federer Walk of Fame» eingeweiht - gesponsert wird die Pilgerstätte von seinem langjährigen Partner Jura.

Der Solothurner Kaffeemaschinen-Hersteller hat sich als erstes Schweizer Unternehmen Federer als Botschafter gesichert. Jura verpflichtete den Tennisprofi 2006 und hat den Vertrag vor zwei Jahren um weitere acht Jahre verlängert. Mittlerweile zählen etwa auch Credit Suisse, Lindt & Sprüngli oder Rolex zu den hiesigen Werbeauftraggebern.

Von einem Denkmal einer Firma zu Lebzeiten kann Simon Ammann noch träumen. Dafür kommt er seinem Vorbild Federer auch kommerziell etwas näher. Nach seinem langjährigen Partner Helvetia Versicherungen sind dieses Jahr drei weitere Schweizer Unternehmen dazugestossen: Vor zwei Monaten der Luxusuhren-Hersteller Breitling sowie «direkt+ehrlich reisen», die Direktreisen-Marke des Kuoni-Konzerns, und vor zwei Wochen die Privatbank-Gruppe Julius Bär - sie alle haben Ammann als Botschafter engagiert.

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Der Kurswert des Überfliegers ist erst gestiegen, nachdem er an den Spielen von Vancouver 2010 zum zweiten Mal Doppel-Olympiasieger geworden ist - acht Jahre nach seinem unerwarteten Triumph an den Spielen von Salt Lake City. Es drängt sich die Frage auf, ob man als Skispringer erst Doppel-Doppel-Olympiasieger werden muss, um in der Schweiz als Marketing-Objekt gefragt zu sein? «Genau so ist es», sagt Simon Ammann im Gespräch mit der «Handelszeitung». «Ich musste erst nachdoppeln, um als Schweizer Einzelsportler kommerziell begehrt zu werden.» Zum Glück für seine Fans: «Ohne diese neuen Möglichkeiten würde ich mich heute wahrscheinlich viel mehr aus der Öffentlichkeit zurückziehen.»

Der sportliche Promifaktor wird bei Schweizer Unternehmen allgemein beliebter. Auch andere erfolgreiche Athleten wie Carlo Janka oder Viktor Röthlin sind als Botschafter gefragt. Ulrich H. Moser, Präsident der Gesellschaft für Marketing (GfM), erklärt dazu: «Das meist junge Zielpublikum identifiziert sich mit Leitfiguren, die für eine ganz bestimmte Rolle oder Position stehen. Man möchte werden und sein wie sie oder teilt deren Meinung.» Er mahnt jedoch: «Wichtig bei all diesen Engagements, wo der Return on Investment immer schwer direkt messbar ist, ist die Affinität, dass die Verbindungslinien zwischen Produkt und Botschafter stimmen. Das Gleiche gilt für die Linien zur Firma als Ganzes. Damit ist die Basis, nämlich die Glaubwürdigkeit der zu vermittelnden Botschaft, gelegt.»