Der bernische Energiekonzern BKW kämpft vorerst weiter für sein AKW in Mühleberg. Er zieht den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts ans Bundesgericht weiter und setzt zugleich die Arbeiten am geforderten Instandhaltungskonzept fort. Das teilte die BKW am Morgen mit. Mit dem Gang nach Lausanne wolle man die Rechtssicherheit erlangen, die für einen Entscheid über die Investitionen in Mühleberg nötig seien, heisst es im Communiqué.

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts werfe «grundsätzliche Fragen» auf, die durch das Bundesgericht geklärt werden müssten, heisst es weiter. Das Bundesverwaltungsgericht hatte dem AKW Mühleberg die unbefristete Betriebsbewilligung entzogen und ein Instandhaltungskonzept bis Sommer 2013 gefordert.

Konzept im Sommer fertig

Die Arbeiten an diesem Konzept seien schon länger im Gang, rief die BKW in Erinnerung. Das Konzept solle im Sommer 2012 der Aufsichtsbehörde Ensi unterbreitet werden. Aufgrund des jüngsten Urteils werde es parallel auch dem Energiedepartement Uvek eingereicht, schreibt die BKW. Das Bundesverwaltungsgericht hatte darauf gepocht, dass das Uvek über die Betriebsbewilligung entscheide; dazu reiche die laufende Überwachung durch das Ensi nicht.

Anzeige

Ein Austausch des Kernmantels ist weiter nicht vorgesehen, wie die BKW deutlich macht. Sie will aber die vier bestehenden Zuganker ersetzen und zusätzlich zwei weitere einbauen.

Abschaltung käme teuer

Zudem solle das nahe Wasserkraftwerk weiter verstärkt werden, obwohl es bereits den geltenden Anforderungen der Erdbebensicherheit entspreche. Weiter werde man die Abklärungen für eine Aare-unabhängige Kühlung des Notstandgebäudes fortsetzen.

Eine vorzeitige Ausserbetriebnahme des Atomkraftwerks in Mühleberg hätte «bedeutende finanzielle und versorgungstechnische Auswirkungen», betont die BKW. Sie müsste pro Jahr rund drei Terawattstunden Strom auf dem Markt beschaffen.

Abschreibung von Werten

Zudem müssten die bilanzierten Werte abgeschrieben werden. Ende letzten Jahres waren dies Sachanlagen im Wert von rund 400 Millionen Franken. Weiter müssten die Rückstellungen um rund 200 Millionen Franken erhöht werden.

Den jährlich wegfallenden Ergebnisbeitrag auf Stufe des operativen Ergebnisses (Ebit) beziffern die BKW mit rund 50 Millionen Franken pro Jahr. Die Nachzahlungen in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds schätzt sie auf 450 Millionen Franken.

(tno/muv/sda)