In Europa dominiert der deutsche Flixbus den Fernbusmarkt. Nun soll er kräftige Konkurrenz erhalten – aus Frankreich. Der Mitfahrdienst Blablacar hat der französischen Staatsbahn SNCF ein Angebot für den Kauf ihrer Tochtergesellschaft Ouibus gemacht. Der Deal ist offenbar nur noch Formsache. 

«Mit der Übernahme könnte Blablacar erstmals Mobilitätsdienstleistungen anbieten, die über die Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten hinaus gehen», heisst es in einer Mitteilung. Die Plattform mit 65 Millionen Nutzer in 22 Ländern will so ihr grosses Carpooling-Angebot mit Bussen ergänzen. Dadurch könnte Blablacar die in Mobilitätskreisen vielbeschworene Tür-zu-Tür-Mobilität anbieten – so wollen Blablacar und Ouibus Mitfahrgelegenheiten, Busse und Züge miteinander verbinden.

Blablacar-Chef und Mitgründer Nicolas Brusson sagt: «Das Projekt hilft uns in unserem Bestreben, ein breites Mobilitätsangebot für ganz Europa zu entwickeln, das Autos und Busse kombiniert.» Unterschiedliche Reisebedürfnisse, wie frühzeitige Vorausbuchungen, Last Minute-Buchungen, Preissensibilität sowie die Nähe zum eigentlichen Zielort, könnten noch besser erfüllt werden. 

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Verbindungen in die Schweiz

Ouibus-Chef Roland de Barbentane spricht von einem aufregenden «Schritt in der Geschichte von Ouibus, der uns in unserer internationalen Expansion voran bringen könnte». Ouibus hat in den letzten drei Jahren 12 Millionen Passagiere transportiert und betreibt ein Streckennetz mit 300 Städten in Frankreich und Europa. Verbindungen in die Schweiz – teils zusammen mit Partnerunternehmen – bietet Ouibus bereits in Basel, Bern, Freiburg, Genf, Lausanne, Luzern, Zürich und Winterthur an.

Für den Ausbau hat Blablacar Investorengelder in Höhe von 101 Millionen Euro erhalten, beteiligt sind die SNCF sowie bestehende BlaBlaCar-Investoren. Der Kaufpreis für Ouibus nennt Blablacar jedoch nicht.