Der Blackberry-Hersteller Research in Motion leidet immer stärker unter dem Siegeszug von Apples iPhone und den Android-Smartphones. Der aus Deutschland stammende Konzernchef Thorsten Heins warnte am Dienstag, dass das Unternehmen im ersten Geschäftsquartal einen Verlust einfahren dürfte.

«Unsere finanzielle Lage wird auch in den kommenden Quartalen herausfordernd bleiben.» Nachbörslich brach die gebeutelte Aktie um 12 Prozent ein.

Bereits zuvor hatte RIM Geld mit den früher so begehrten multifunktionalen Handys verloren. Grund sind rückläufige Verkäufe und der Preisdruck, der auf den Blackberrys lastet. Selbst viele frühere Stammkunden aus der Unternehmenswelt greifen mittlerweile lieber zu einem Smartphone der Konkurrenz.

RIM versucht mit einem Sparprogramm die Auswirkungen einzudämmen. Übers Geschäftsjahr hinweg würden auch Stellen wegfallen, erklärte Heins. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen daran, sein neues Betriebssystem Blackberry 10 auf den Markt zu bringen. Eine Vorabversion wurde jüngst auf der RIM-Entwicklermesse gezeigt.

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RIM setzt auf den Blackberry 10

Von dem neuen Betriebssystem verspricht sich das Unternehmen, verlorenen Boden gutzumachen. Blackberry 10 soll gegen Ende des Kalenderjahres erscheinen.

Thorsten Heins hatte im Frühjahr das Ruder bei RIM übernommen. Er hatte Karriere in der früheren Kommunikationssparte von Siemens gemacht, bevor er 2007 zu dem Blackberry-Hersteller wechselte.

Angesichts der schwierigen Lage hat sich RIM die Hilfe von JPMorgan Chase und der Royal Bank of Scotland geholt, wie das Unternehmen nun enthüllte. Die Banker sollen dabei helfen, RIM wieder in die Spur zu bringen - möglicherweise auch durch Kooperationen. Selbst über einen Verkauf war zuletzt immer wieder spekuliert worden.