Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wird kommende Woche in Barcelone besonders im Rampenlicht stehen: Nach dem rekordhohen 19-Milliarden-Kauf des Nachrichtendienstes Whatsapp wird er die eine oder andere Frage zu beantworten haben. Doch nicht nur er steht auf der Gästeliste der wichtigsten Telecom-Messe Europa – auch IBM-Chef IBM-Chefin Virginia Rometty oder John Chambers, Boss des Netzwerkausrüsters Cisco, haben sich zum Mobile World Congress angemeldet. Erwartet wird ausserdem, dass Handy-Gigant Samsung mit viel Brimborium seinen jüngsten iPhone-Killer vorstellen wird.

Zu der viertägigen Veranstaltung kommen Jahr für Jahr zahlreiche Wirtschaftskapitäne nach Barcelona. Rund 1700 Unternehmen zeigen in Barcelona ihre Produkte und Lösungen. Die Messe war im vergangenen Jahr auf ein grösseres Gelände umgezogen, weil es an dem bisherigen Ort zu eng geworden war. Die Veranstalter rechnen erneut mit über 70'000 Besuchern. Dabei ist der Mobile World Congress (früher bekannt als 3GSM) eine Fachveranstaltung: Die Gäste sind entweder Brancheninsider oder Journalisten.

Preislich günstiger als Modelle von Samsung oder Apple.

Mit dabei unter den Grossen ist auch ein spanischer Jungspund names Javier Agüera. Gerade mal 22 Jahre jung, hat er schon zwei Firmen gegründet, zig Preise abgesahnt – und plant jetzt den grossen Coup. «Wir wollen Smartphone-Benutzern die Möglichkeit geben, die Kontrolle über ihre Daten und ihre Privatsphäre zurückzugewinnen», sagt Agüera. In diesem Plan des Unternehmers spielt die Schweiz eine entscheidende Rolle.

Anzeige

Agüera ist Gründer und Chef einer spanischen Handy-Schmiede namens Geeksphone. Diese wiederum hat mit der Firma Silent Circle, einer Entwicklerin von Verschlüsselungs-Software mit Büros in Washington und London, das Gemeinschaftsunternehmen Blackphone gegründet. Und dieses stellt in Barcelona das gleichnamige Mobiltelefon vor. Es wird ein gehobenes Smartphone, preislich aber günstiger sein als die Spitzenmodelle von Samsung oder Apple.

«Juristisches Exil»

Das Blackphone ist ein Gerät, so Agüera, «bei dem alle Kommunikation verschlüsselt abläuft und der Konsument gewarnt wird, sobald seine persönlichen Daten Gefahr laufen, ausgespäht zu werden». Blackphone ist das Smartphone für die Ära nach den Enthüllungen von Edward Snowden.

Angesiedelt ist Blackphone in Genf. Grund warend die scharfen Datenschutzbestimmungen der Schweiz. «Juristisches Exil», nennt der Spanier die Entscheidung, mit Blackphone hierher zu kommen. Das Land habe nicht nur gute Bedingungen für junge Unternehmen, sondern sei ein «neutrales Land» und verfüge über «mit die besten Datenschutzbestimmungen weltweit». Das sorge für Stabilität und Sicherheit. Beides brauche ein Unternehmen wie Blackphone.

Lesen Sie mehr über die Blackout in der neuen «Handelszeitung», ab heute am Kiosk oder mit Abo bequem jede Woche im Briefkasten.