Das Auf und Ab an den Märkten hat dem weltgrössten Vermögensverwalter Blackrock im zweiten Quartal nichts anhaben können. Im Gegenteil: Der Branchenprimus sammelte sogar 12 Milliarden Dollar an langfristigen Kundengeldern neu ein, wie er mitteilte. Ausserdem konnte Blackrock höhere Gebühren durchsetzen, was den Nettogewinn um knapp ein Drittel auf 729 Millionen Dollar trieb.

Blackrock ist so breit aufgestellt wie kaum eine andere Investmentgesellschaft: Das Unternehmen verfügt nicht nur über eine internationale Fondspalette, sondern hat sich schon vor Jahren mit iShares eine lukrative Plattform für börsennotierte Indexfonds (ETFs) aufgebaut. So wird alles aus einer Hand angeboten. 

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Blackrock-Chef Larry Fink betonte, der Beratungsbedarf institutioneller und privater Anleger sei zuletzt gross gewesen. Die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Notenbank Fed, die im Juni an den Börsen zeitweise zu grossen Ausverkäufen geführt hatte, lasse zudem viele Kunden bei festverzinslichen Anlagen vorsichtiger werden.

Blackrock mit Schweiz-Plänen

Hier erkennt Fink erste Anzeichen einer Trendwende: «Die Investoren achten verstärkt auf die Laufzeiten ihrer Portfolios, das Geld fliesst in aktiv gemanagte Produkte ohne feste Fristen.» Bei iShares gab es dagegen überraschend Abflüsse. Insgesamt verwaltete Blackrock per Ende Juni ein Vermögen von 3,9 Billionen Dollar, 8 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Blackrock hat auch in der Schweiz Grosses vor. «Wir überlegen uns, eine eigene Fondsleitungsgesellschaft nach Schweizer Recht auf die Beine zu stellen», sagte Schweiz-Chef Martin Gut auf Anfrage der «Handelszeitung». Die Arbeiten dazu könnten bereits in «absehbarer» Zeit beginnen, so Gut.

(tno/rcv/reuters)