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Blatter soll Fifa-Bericht beeinflusst haben

Sepp Blatter: Die Fifa will von unlauterer Einflussnahme nichts wissen. Keystone

Der Schweizer Antikorruptionsexperte Mark Pieth hat für die Fifa einen Reformbericht erarbeitet. Laut einem Medienbericht wurden jedoch Sepp-Blatter-kritische Passagen gestrichen.

Veröffentlicht am 07.02.2015

Fifa-Präsident Joseph Blatter soll Einfluss auf den Abschlussbericht des Schweizer Antikorruptionsexperten Mark Pieth genommen haben. Dies gehe aus vertraulichen Unterlagen hervor, die dem «Spiegel» vorliegen, wie das Nachrichtenmagazin in einer Vorabmeldung berichtet.

Pieth hatte als Vorsitzender eines unabhängigen Governance-Komitees bis Ende 2013 knapp zwei Jahre lang die Fifa durchleuchtet und am 22. April 2014 einen Bericht veröffentlicht, in dem er Blatter als Befürworter der Reformen bezeichnete. Knapp zwei Monate zuvor, am 27. Februar, hat Pieth laut «Spiegel» dem Fifa-Chefjuristen Marco Villiger bereits eine 15 Seiten umfassende vorläufige Version seines Reports nach Zürich geschickt. In dieser Version, die den Vermerk «Confidential» getragen habe, sei Blatter mehrmals im Zusammenhang mit dem Schmiergeldskandal der Fifa rund um die ehemalige Rechteagentur ISL erwähnt worden.

Pieth: Nicht «ferngesteuert»

Am 13. März habe Villiger mit Kenntnis Blatters eine bearbeitete Version mit 37 Anmerkungen an Pieth zurück geschickt. Der Fifa-Chefjurist strich dabei dem Nachrichtenmagazin zufolge zwei längere Passagen ersatzlos. In einer sei es um Blatters Führungsverantwortung während der ISL-Affäre, in einer anderen um seine mögliche Mitwisserschaft in dem Skandal gegangen.

In Pieths Abschlussbericht fehlen laut «Spiegel» exakt diese Blatter-kritischen Passagen. Pieth bestätigte gegenüber dem Magazin, dass er eine vorläufige und vertrauliche Version an die Fifa-Führung geschickt habe. Dies sei ein «ganz normaler Vorgang». Er sei nicht «ferngesteuert» gewesen. Die Fifa antwortete in einer Stellungnahme: «Von einer unlauteren Einflussnahme kann keine Rede sein.»

(tno)

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