Jérôme Valcke soll hinter der Zahlung von 10 Millionen Dollar durch die Fifa in Zürich an Jack Warner stecken. Das berichtet die «New York Times», die Zeitung beruft sich auf Ermittlerkreise. In der Anklage ist indes nur von einem «hochrangigen» Funktionär die Rede, der das Geld überwiesen haben soll. Auch die britische Zeitung «The Guardian» nennt Valcke als Verdächtigen.

Valcke weist die Vorwürfe in einer Mail an die «Times» zurück. Er habe die Zahlung nicht authorisiert und sei auch nicht angeklagt worden. Die Zahlung des «hochrangigen» Fifa-Funktionärs hatte Fragen aufgeworfen, wer dahinterstecken könnte. Bislang hatten Sprecher der Fifa in Zürich immer wieder betont, nicht an fragwürdigen Überweisungen beteiligt gewesen zu sein. Der Vorwurf gegen Valcke ist deshalb brisant, weil die Zahlung offenbar vom Hauptquartier aus floss.

Fifa-Sprecherin widerspricht Berichten

Sollte Valcke tatsächlich angeklagt werden, würde das auch Sepp Blatters Position empfindlich schwächen. Der Generalsekretär gilt als treuer Gefolgsmann des Präsidenten. Eine Fifa-Sprecherin sagte am Montag, dass nicht Valcke, sondern der ehemalige Vorsitzende der Finanzkommission, Julio Grondona, die Zahlung bewilligt habe. Der Argentinier Grondona ist im vergangenen Juli verstorben.

Der ehemalige Concacaf-Präsident Warner hatte sich nach der Festnahme von sieben Fifa-Funktionären in Zürich in seinem Heimatland Trinidad und Tobago der Polizei gestellt. Als Chef der Nord- und Zentralamerikanischen und karibischen Fussballkonföderation war Warner immer wieder Bestechlichkeit vorgeworfen worden.

Valcke sagt Termin bei Frauen-WM ab

Auch Valcke ist kein unbeschriebenes Blatt. Er wurde 2006 von der Fifa entlassen, nachdem er wegen einer undurchsichtigen Sposoring-Geschichte angeklagt wurde. Nach der Annulation des Urteils kehrte Valcke indes schon 2007 als Generalsekretär zur Fifa zurück.

Eigentlich sollte Valcke in der kommenden Woche bei der Frauen-Fussballweltmeisterschaft in Kanada anwesend sein – dieser Termin wurde nun kurzfristig abgesagt. Es sei wichtig, dass Valcke im Hauptquartier der Fifa in Zürich zugegen sei, heisst es laut «Guardian» vonseiten der Fifa.

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