In der Weltpresse dominieren nach dem überraschenden Rücktritt von Fifa-Präsident Blatter Freude und die Hoffnung auf eine Erneuerung der verkrusteten Strukturen der Fifa. Geradezu euphorisch reagieren die deutschen und britischen Medien, die schon lange zu den härtesten Kritikern des abtretenden Präsidenten gehörten.

«Welch herrlicher Tag», schreibt etwa Kommentator Oliver Fritsch in der «Zeit». Die britische «Daily Mail» zeigt sich ebenfalls hocherfreut. «Sepp Blatter: Der Tyrann ist gestürzt. FBI-Ermittler sind dem Präsidenten nach seinem Schock-Rücktritt auf der Spur.», titelt die Zeitung mit Genugtuung.

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Kann Blatter noch sicher ausreisen?

In der Schweiz dagegen sind die ersten Reaktionen verhalten. Der «Blick» konzentriert sich vor allem auf die Probleme, die nun auf Sepp Blatter zukommen könnten. Schliesslich spekulieren einige Medien, dass der Rücktritt im Zusammenhang mit möglichen US-Ermittlungen wegen Korruption gegen Blatter persönlich zusammenhängen könnte.

Für viele Zeitungen scheint klar, dass der Druck auf Blatter schlicht zu gross geworden ist. Den eigentlichen Auslöser für den seltsamen Zeitpunkt verortet der britische «Guardian» in den möglichen Verwicklungen der Fifa-Spitze in eine 10-Millionen-Dollar-Zahlung an den vergangene Woche verhafteten Jack Warner.

Spekulationen um Nachfolge

In Russland ist Blatter am Mittwoch in der «Iswestija» nicht mehr das grosse Thema. Wie in vielen anderen Medien wird dort bereits über den möglichen Nachfolger spekuliert. «Blatters Nachfolger wird auf jeden Fall Platini», ist sich etwa der Chef des Fifa-Ablegers in Moskau sicher.

Was die Zeitungen am Dienstag und Mittwoch zu Sepp Blatters Rücktritt alles geschrieben haben, sehen Sie in der Bildergalerie oben.