Indien knüpft sich Nestlé vor: In Maggi-Nudelsuppen fanden Lebensmittelprüfer Schadstoffe. In zehn von 13 Proben fanden die Tester zu hohe Bleiwerte. Die Analyse der Nudeln hatte zudem den bei den Inhaltsstoffen nicht deklarierten Zusatz von monosodischem Glutamat ergeben. Der Stoff kann laut der Behörde gesundheitsschädigend sein.

Das hat Folgen für Nestlé: Die Regierung von Delhi stuft die Esswaren als «unsicher» ein und hat angeordnet, dass die Lebensmittel aus staatlichen Geschäften aussortiert werden. Zudem droht Nestlé ein Strafverfahren, wegen «Verkaufs eines unsicheren Produktes», schreibt New Delhi Television auf seiner Webseite.

Viele kleine Shops verkaufen die Nudeln noch

Mehrere grosse Detailhandelsketten kündigten ebenfalls an, die Nudeln aus den Regalen zu nehmen. Allerdings sind die Instantnudeln weiterhin in vielen kleineren Shops oder Cafés erhältlich. Nestlé weist die Vorwürfe zurück. Per Twitter versucht die Firma die Wogen zu glätten:

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— Maggi India (@MaggiIndia) June 1, 2015

Die beanstandeten Maggi-Nudeln stammten aus einer Produktionsserie mit dem Verfallsdatum November 2014 und seien nicht mehr auf dem Markt, schreibt Nestlé India auf der Unternehmens-Webseite. Von Nestlé veranlasste interne und externe Analysen weiterer Proben hätten ergeben, dass der Bleigehalt das gesetzlich zulässige Limit nicht überschreite.

Das Blei war im März in den bei Indern äusserst beliebten Instantnudeln entdeckt worden. Die Maggi-Nudeln bringen Nestlé rund 15 Milliarden Rupien jährlich ein, umgerechnet gegen 220 Millionen Franken. Damit steuern sie 15 bis 20 Prozent zum Nestlé-Umsatz in Indien bei.

15-tägiges Moratorium

Nestlé-Manager mussten heute den Behörden Rede und Antwort stehen. Diverse andere indische Bundesstaaten haben nun ebenfalls angeordnet, die verdächtige Speise zu untersuchen. Die nationale Regierung von Premierminister Narendra Modi ordnete eine landesweite Untersuchung des Produktes an.

Gesundheitsminister Satyendra Jain hat einen 15-tägigen Bann über die Suppen ausgesprochen und fordert Nestlé auf, die Instantware zurückzurufen. Auch die indische Armee rät ihren Soldaten inzwischen: Finger weg von Maggi-Suppen!

mit Material von sda