HAUPTBAHNHOF BERLIN . Vis-à-vis des Bundeskanzleramtes in Berlins neuer Mitte – und nahe dem Reichstag – eröffnete vor einem Jahr Europas Bahnhof der Superlative. Berlin Hauptbahnhof verbindet als grösster und modernster Kreuzungsbahnhof Europas alle Elemente der zukünftigen Mobilitätsgesellschaft. Rund 300000 Reisende und Besucher täglich erwarten einen erstklassigen Service in punkto Sauberkeit, funktionierende Technik und Information.

Rund 1600 Züge fahren den Bahnhof pro Tag an, 500 Züge auf der Nord-Süd-Verbindung, 260 Züge auf der Ost-West-Strecke und 800 S-Bahnen. Seine aussergewöhnliche Bedeutung als Schnittstelle im zusammenwachsenden Europa prägt sichtbar die bauliche Umsetzung im Stadtbild: Filigran, grosszügig und Licht durchflutet ist die Architektur. Die 321 m lange gläserne Halle der in Ost-West-Richtung verlaufenden Stadtbahn wird von der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden 160 m langen und 40 m breiten Bahnhofhalle gekreuzt. Ein raffiniertes System grosser Öffnungen in den Decken aller Ebenen lässt Tageslicht bis zu den unteren Gleisen gelangen. Zwei 46 m hohe Bürogebäude, die sogenannten Bügelbauten, überspannen ausserdem die Stadtbahn und bilden den weithin sichtbaren Rahmen für diesen eindrücklichen Verkehrsknotenpunkt.

Anspruchsvolle Aufgabe

Die Gleise der Nord-Süd-Verbindung 15 m unter der Erde und die Gleise der Ost-West-Verbindung 10 m über dem Strassenniveau bilden den markanten Kreuzungsbahnhof. Eine halbe Million Kubikmeter Beton – ausreichend für 65 km Autobahnen – und 85000 t Stahl für die Armierung des Betons wurden in den Rohbauten verarbeitet. Insgesamt 70000 m2 Geschossfläche entstanden, darunter 15000 m2 für Handel und Gastronomie. Der neue Berlin Hauptbahnhof ist ein grosszügiger Umsteigebahnhof. 54 Fahrtreppen, 32 Aufzüge, davon sechs gläserne Panoramaaufzüge, sowie zahlreiche feste Treppen erschliessen eine Verkehrsfläche von insgesamt etwa 430 mal 430 m. Ein durchdachtes Wegeleitsystem erleichtert die Orientierung im Bahnhof. Ebenso stehen Einrichtungen wie Umsteigehilfen, Schliessfächer, Reiseinformation, Verkaufsstellen sowie der ServicePoint den Reisenden und Besuchern zur Verfügung. Im Berliner Hauptbahnhof sorgen täglich 150 Bahnmitarbeiter dafür, dass hier alle Kunden gut an- und weiterkommen. In 15 m Tiefe, auf der Ebene –2, liegen an vier Bahnsteigen die acht Gleise der Nord-Süd-Verbindung. Direkt nebenan befindet sich die U-Bahnstation der U 55. Die darüber liegende Ebene –1 empfängt Reisende mit zahlreichen Geschäften, Gastronomie- und Serviceeinrichtungen und stellt gleichzeitig die Verbindung zum Parkhaus mit 900 Stellplätzen her. Jeder, der auf Europas grösstem Kreuzungsbahnhof ankommt, den erwartet eine Wohlfühlatmosphäre: Perfekte Sauberkeit, wohlige Wärme, frische Luft und eine reibungslos funktionierende Technik. Dahinter stecken modernes Facility Management und die Bahntochter DB Services. Seit Anfang Dezember 2006 sorgt DB Services Nordost GmbH allein für das reibungslose Funktionieren von Heizung, Lüftung, Klima- und Sanitäranlagen, aber auch für die Sauberkeit im neuen Berliner Hauptbahnhof.Die Bahnhofeigentümerin, DB Station&Service AG, hat mit ihrem Dienstleistungspartner DB Services einen Betreibervertrag abgeschlossen, der den komplexen Betrieb von rund 1000 haustechnischen Anlagen durch den Facility-Management-Spezialisten umfasst. Nahezu 130 geschulte Mitarbeiter der DB Services gewährleisten somit unter anderem, dass täglich die über 300000 Reisenden und Besucher ihr Ziel störungsfrei über sämtliche Fahrtreppen, Panorama- und Personenaufzüge innerhalb der Bahnhofskathedrale erreichen. Bernd Bensing, Leiter Operations der DB Services Nordost GmbH, Berlin: «Die Übergabe der alleinigen technischen Betriebsführung stellt einen weiteren Beweis für die langjährige Erfahrung in Facility Management, Professionalität und Arbeitsqualität der DB Services dar.»

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Umfangreiche Serviceleistungen

Der Betreibervertrag regelt beispielsweise die technische Betriebsführung (ganzheitliche Kontrolle, Überwachung und Dokumentation der Anlagen auf ihre Funktion), das technische Störungsmanagement (Störungsbeseitigung, Rund-um-die-Uhr-Bereitschaftsservice) sowie die Qualitätssicherung und Dokumentation (Berichtswesen, Aktionspläne, Datenpflege). Neben den technischen Betreiberleistungen erbringt die DB Services im Berliner Hauptbahnhof ebenfalls noch Leistungen im infrastrukturellen Facility Management wie zum Beispiel die Gebäude-, Glasdach- und Fassadenreinigung, Abfalllogistik und den Winterdienst. An Bodenflächen werden von DB Services rund 53000 m2 gereinigt, und die Glasflächen belaufen sich allein im Innenbereich, also ohne die Hallendach- und Aussenverglasung, auf rund 4000 m2. Modernste Reinigungsmaschinen kommen hierbei zum Einsatz: Aufsitz- und handgeführte Scheuersaugautomaten, Fahrtreppenreinigungsautomaten sowie ein Reinigungsroboter für das Glasdach – diesen auf seine Einsatzhöhe zu hieven ist nur mit einem Spezialkran möglich. In den für das Bahnhofspublikum nicht zugänglichen Gebäudebereichen des Berliner Hauptbahnhofs befinden sich 134 Technikräume auf fünf Ebenen. Die Gesamtfläche der Technikräume beträgt rund 6500 m2. Weitere Technik-Highlights: Gebäudeleittechnik: 35000 Datenpunkte; Strom: 7 Trafoanlagen mit einer Gesamtleistung von 11,5 MW; Wärme: 3,0 MW; Kälte: 2,9 MW; Lüftung: 210 Anlagen/Volumenstrom gesamt 2,65 Mio m3 pro Stunde; Entwässerung: Flächendeckendes Entsorgungsnetz; Sicherheitssystem: 17 Notrufsäulen und 32 Aufzugsnotrufsysteme; Brandschutz: Brandmeldeanlage mit 14 Unterzentralen und 9000 Sprinklerköpfen. Die Mitarbeiter von DB Services arbeiten auf dem Berliner Hauptbahnhof im Drei-Schicht-System an 365 Tagen im Jahr. Beispielsweise im Reinigungsdienst: Gut die Hälfte der rund 52 Mitarbeiter ist grundsätzlich nachts im Einsatz, der grösste Teil der Reinigung findet zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens statt. Tagsüber sind die Mitarbeiter von 6 Uhr bis 14 Uhr sowie von 14 Uhr bis 22 Uhr mit leichten Reinigungsaufgaben beschäftigt wie Spontanverschmutzungen entfernen oder Abfallbehälter leeren. Der Besetzungsplan sieht zudem tagtäglich – während der Kernzeit von 8 Uhr bis 22 Uhr gestaffelt – die ständige Präsenz vor von jeweils zwei Objektmanagern und Fördertechnikern, vier Elektrotechnikern, HLKS-Technikern, vier Hausinspektoren, einem Kommunikationstechniker und weiteren Mitarbeitern in den technischen Bereichen wie beispielsweise in der Gebäudeautomation.

Die Systemdienstleistung

Den zunehmenden Kundenwünschen nach integrierten Serviceleistungen Rechnung tragend, hat sich DB Services für das neue Bewirtschaftungsmodell Systemdienstleistung entschieden und seit 2005 bundesweit auf den rund 5400 Bahnhöfen und in den 90 Instandhaltungswerken und betriebsnahen Werkstätten der Bahn erfolgreich umgesetzt – so auch auf dem hoch frequentierten Berliner Hauptbahnhof. Die Anwendung der Systemdienstleistung bedeutet: Von verrichtungsorientierten Leistungen mit einer hohen Anzahl von Einzelaufträgen zu einer ergebnisorientierten Systemdienstleistung mit nur einem einzigen Vertrag. Mit dem Vorteil, dass die Systemdienstleistung den Steuerungsaufwand beim Auftraggeber reduziert, den Prozess der Leistungserbringung optimiert und beiderseitig Kosteneinsparungen erlaubt.

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