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BLS mit mehr Passagieren aber weniger Gewinn

Die «Berner Oberland» auf dem Thunersee: Schifffahrt belastet das BLS-Ergebnis. Keystone

Trotz mehr Passagieren musste die BLS im Jahr 2014 einen Gewinnrückgang hinnehmen. Grund seien höhere Abschreibungen, so das Unternehmen. Zu den Sorgenkindern gehört vor allem die Schifffahrt.

Veröffentlicht am 15.04.2015

Das Bahnunternehmen BLS hat 2014 einen Konzerngewinn von 6,3 Millionen Franken eingefahren. Das sind 3 Millionen Franken mehr als im Vorjahr. Das zweitgrösste Bahnunternehmen der Schweiz transportierte täglich 150'000 Passagiere - 1,5 Prozent mehr als 2013.

Zum guten Ergebnis beigetragen haben der Bahn-Regionalverkehr, die Busse, die BLS Cargo und die Infrastruktur. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging um 12,4 Prozent zurück auf 18,8 Millionen Franken. Begründet wurde dies an der Bilanzmedienkonferenz vom Mittwoch in Bern mit höheren Abschreibungen.

«Gipfelsturm» zeigt Wirkung

2014 sparte die BLS mit dem Kostensenkungsprogramm «Gipfelsturm» insgesamt 20 Millionen Franken ein. Die Sparanstrengungen gingen damit im Rahmen des Vorjahres weiter - 2013 betrugen die Einsparungen 21,1 Millionen Franken. Das Ziel, die Kosten dauerhaft um 50 Millionen Franken zu senken, werde 2015 voraussichtlich erreicht.

«Die BLS wird auch in Zukunft mit jedem Franken haushälterisch umgehen müssen», sagte Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli vor den Medien. Man könne sich nicht auf dem Gewinn von 6,3 Millionen Franken ausruhen. Die BLS müsse Investitionen aus eigener Kraft bewältigen können. «Die Mobilitätswünsche nehmen eher noch zu.»

Täglich mehr als 150'000 Passagiere

In ihren Zügen transportierte die BLS täglich mehr als 150'000 Passagiere. Die Zahl der Reisenden stieg um 1,5 Prozent auf 54,9 Millionen. Ab dem Fahrplanwechsel vom Dezember bietet die BLS neu eine stündliche Direktverbindung von Bern bis nach La Chaux-de-Fonds NE. Die BLS erwartet dadurch rund 1 Million zusätzliche Fahrgäste.

Das Ergebnis für das Geschäftsfeld Schiene schrumpfte um 53,3 Prozent auf 2,3 Millionen Franken. Mehr kosteten unter anderem die zum Teil vorzeitig in Betrieb genommenen 28 neuen Doppelstockzüge.

Rote Zahlen beim Autoverlad

Weniger Gewinn als im Vorjahr hat auch das Geschäftsfeld Infrastruktur gemacht. Den Rückgang um 57 Prozent auf noch 2,2 Millionen Franken begründet die BLS mit tieferen Deckungsbeiträgen vom Autoverlad und einem Rückgang der Abgeltungen. Mit dem Verkauf von Anlagen verdiente das Unternehmen 1,6 Millionen Franken.

Erneut rote Zahlen schrieben der Autoverlad am Lötschberg/Simplon und die Schifffahrt auf Thuner- und Brienzersee. Beide Geschäftsfelder erhalten keine Subventionen, wie die BLS betont. Der Autoverlad durch den Lötschberg und durch den Simplon schrieb einen Verlust von 0,5 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte das Defizit noch 2,2 Millionen Franken betragen.

Sorgenkind Schifffahrt

Sorgenkind bleibt die Schifffahrt: Auf dem Thuner- und dem Brienzersee reisten zwar 0,5 Prozent mehr Passagiere, nämlich 1,022 Millionen. Das häufige Regenwetter in den Sommermonaten dämpfte allerdings die Lust auf Schifffahrten und drückte auf den Ertrag: Die Schifffahrt schrieb einen Verlust von 5,5 Millionen Franken.

Auch schlugen Abschreibungen von 4,4 Millionen Franken stark aufs Ergebnis durch. Für die Zukunft müssten zusammen mit den Gemeinden Lösungen gefunden werden, um ein finanziell nachhaltiges Ergebnis zu erzielen, betonte BLS-CEO Bernard Guillelmon.

(sda/gku)

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