«In den nächsten zwei Jahren», so Swisscom-Fixnet-CEO Ueli Dietiker, werde der Fernsehbereich «sicher nicht schwarze Zahlen schreiben». Um in die Gewinnzone zu kommen, «benötigen wir 200000 bis 250000 Kundinnen und Kunden». Mit der heutigen Zahl von Neuanmeldungen pro Monat, wird diese Schwelle frühestens Ende 2009 erreicht.

Besser sieht es bei der italienischen Tochterfirma Fastweb aus, die Swisscom im Mai 2007 für 6,9 Mrd Fr. erworben hat. Noch in diesem Jahr soll erstmals seit der Gründung 1999 ein Gewinn in die Kasse fliessen. Im 1. Quartal 2007 war der Breitbandanbieter davon aber weit entfernt: Er schrieb einen Verlust von über 30 Mio Fr.

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Fernsehkunden geben mehr aus

Die Voraussetzungen für eine Kehrtwende sind gegeben. Der Aufbau von flächendeckenden Netzen in den 130 grössten italienischen Städten ist so gut wie abgeschlossen. Die Investitionskosten dürften damit sukzessive sinken. Auf der Einnahmenseite sorgt die steigende Zahl der Fernsehkunden für Mehrumsatz. Denn ein TV-Abonnent gibt pro Jahr 480 Fr. mehr aus als ein reiner Internet- und Telefonkunde.
Mit einem durchschnittlichen Umsatz von über 40 Fr. pro Monat und Fernsehkunde überflügelt Fastweb ihren Mutterkonzern. «Dieser Wert beträgt bei uns zwischen 30 und 40 Fr.», sagt Dietiker. Der Betrag lasse sich aber «noch steigern». Dazu will Swisscom die Produkteattraktivität erhöhen. «Zum Beispiel mit mehr Video-on-demand-Angeboten oder Verbindungen von Fernsehen und PC.» Vorrang hat jedoch die Senkung der Installationskosten. Diese schlagen im Schnitt mit 1400 Fr. pro Kunde zu Buche. Viel zu viel, um an eine flächendeckende Werbeoffensive zu denken (siehe Interview links). «Wir werden alles daransetzen, unsere Installationskosten deutlich zu senken», macht die Nummer zwei bei Swisscom klar. Der Betrag müsse unter 1000 Fr. fallen. «Wir wollen künftig maximal ein bis eineinhalb Jahresumsätze pro Kunde investieren.» Das Wissen von Fastweb soll helfen, dieses Ziel zu erreichen. Swisscom-Teams reisen deshalb in diesen Tagen nach Italien, um im Detail zu erfahren, wie die Installationen und Prozesse vor Ort ausgeführt werden.

Kostenreduktion – aber subito

Welche Kostenreduktion Swisscom durch den Erfahrungs- und den technologischen Vorsprung von Fastweb erreichen kann, steht in den Sternen. Der Druck, möglichst rasch Resultate zu erzielen, ist aber gross. Zum einen, um im Heimmarkt Schweiz gegenüber Mitbewerber Cablecom nicht an Terrain zu verlieren. Zum anderen, um konkrete Beispiele der versprochenen Synergien zu präsentieren. Das Geschäft hat oberste Priorität: Swisscom-CEO Carsten Schloter reist mindestens ein Mal pro Woche zum Fastweb-Sitz in Mailand.