Die 5er-Modelle sind eine der starken Säulen, auf denen die weiss-blaue Marke ihre Erfolge aufbaut. Im vergangenen Jahr erweiterten die Münchner die Reihe mit dem 5er GT, einer viertürigen Limousine mit Fliessheck, deren Design einem Sportwagen ähnelt. Damit wurde ein neues Segment erschlossen, in dem sich die Konkurrenz noch nicht tummelt. Audi (A7) und Mercedes (CLS) haben sich bisher auf viertürige Limousinen mit Coupécharakter konzentriert, auf einen Auftritt also, den BMW 2011/2012 nachholen will. Diese Entwicklung zeigt, wie stark heute Modellreihen - im Vergleich zur Vergangenheit - aufgesplittert werden, um immer neue Nischen zu besetzen.

Dessen ungeachtet widmet die Konzernleitung in München den beiden Volumenmodellen der 5er-Reihe, der Limousine und dem Touring (Kombi), weiter grösste Aufmerksamkeit, denn sie bringen Umsatz - und damit auch Gewinn. «Fahren auf verschiedenen Spuren ist notwendig, um die Spitzenstellung zu halten», heisst es dazu am Konzernsitz in München. Die Limousine kam im Frühling auf den Markt, der neueste Spross, der 5er Touring, steht seit ein paar Tagen bei den Schweizer BMW-Händlern.

Ein interessantes Rennen der Marken

Es zeugt von hoher Finanzkraft der Bayern, dass sie in einem nach wie vor wirtschaftlich schwierigen Umfeld in der Lage sind, in so hoher Kadenz ihre Fahrzeuge zu erneuern oder zusätzliche Varianten auf den Markt zu bringen. Unter den drei Oberklasse-Herstellern in Deutschland nimmt BMW gegenwärtig, sowohl was den weltweiten Absatz, den Umsatz wie auch den Gewinn betrifft, die Spitzenstellung ein. Mercedes, lange Jahre der Stern am Himmel in der Oberklasse, ist etwas zurückgefallen; Audi hingegen drückt mächtig aufs Gaspedal und ist BMW hart auf den Fersen. In der Schweiz ist es der Marke mit den vier Ringen, was den Neuwagenverkauf betrifft, 2009 gelungen, sich vor BMW an die Spitze zu setzen.

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Ausgetragen wird dieses Jahr ein interessantes Rennen zwischen den beiden Marken, sowohl weltweit wie auf dem hiesigen Markt. BMW erwartet, dass der 5er Touring dem Verkauf im letzten Quartal kräftig Schub verleiht. Der neue Kombi ist zudem eine willkommene Alternative zum GT5. Denn in der Oberklasse findet sich eine Kundschaft, die nicht zwingend auffallen will. Für sie hält BMW mit der zwar elegant, aber im Gegensatz zum GT5 zurückhaltend gestylten Karosserie des 5er Touring einen Trumpf in der Hand.

Für den neuen Touring stehen sieben Motoren, drei Benzin- und vier Dieseltriebwerke, zur Wahl. Sie sorgen für die BMW-typische Fahrcharakteristik - sowohl in sportlicher Hinsicht wie auch beim Fahrkomfort. Bemerkenswert ist, dass keines dieser Triebwerke in Sachen Energieeffizienz schlechter als in der Kategorie D eingestuft ist. Zwei der Dieselmotoren, für den 525d und 530d, sind sogar in die Kategorie A eingestuft worden (184 bzw. 204 PS; CO2-Ausstoss 135 bzw. 169 Gramm/Kilometer; Verbrauch zwischen 5,1 und 6,4 Liter nach Euro-Fahrzyklus). Mit 135 Gramm pro Kilometer CO2-Ausstoss erfüllt diese Variante bereits die in der Schweiz ab 2015 vorgesehene Norm. Einzig die stärkste Version, der 535i mit Sechszylinder-Benzinmotor, wurde in die Kategorie D eingereiht (306 PS; 201 Gramm/Kilometer, 8,6 Liter Verbrauch).

Teurer als die Vorgängergeneration

Ein Haar in der gut gewürzten BMW-Suppe findet man dennoch: Bei den Preisen. Die Aufschläge im Vergleich zum Vorgängermodell betragen in der Basisversion für die Dieselmodelle zwischen 2000 und 4000 Franken. Für die Modelle 525i, 528i und 535i müssen bis zu 8000 Franken mehr auf den Tisch gelegt werden. Die Preise für die 5er-Touring-Modelle bewegen sich in den Basisversionen zwischen 65 900 und 86 500 Franken.

 

 


Saab ab 2012 mit Motoren von BMW

BMW wird ab 2012 der schwedischen Marke Saab einen 1,6-Liter-Benzinmotor mit Turboaufladung und einer Leistung von 200 PS liefern. Das Aggregat ist für den neuen Saab 9-3 Sportkombi vorgesehen, der in zwei Jahren lanciert werden soll. Die Kooperation entbehrt nicht der Brisanz. Saab wurde dieses Jahr von General Motors an die Spyker Motor Company verkauft, einen kleinen niederländischen Hersteller für Supersportwagen. Gleichzeitig schloss aber GM mit den Schweden langjährige Lieferverträge für Fahrzeugkomponenten ab. Das Saab-Management betont jedoch, dass es in seinen Entscheidungen, was Einkäufe betrifft, frei sei. Entsprechend hat sich Saab tatsächlich für ein BMW-Triebwerk entschieden und nicht für einen ebenfalls vorhandenen 1,6-Liter-Motor der GM-Tochter Opel. Die Bayern werden über den Lebenszyklus des neuen 9-3 Sportkombi rund 200000 Motoren liefern. Der für dieses Geschäft verantwortliche BMW-Direktor für Verkauf und Marketing, Ian Robertson, erklärte gegenüber der «Handelszeitung», mit dem Saab-Deal wolle BMW als Motorenlieferant an Fremdmarken seine führende Stellung ausbauen. (mr)

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