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BMW sieht Apple als ernste Konkurrenz

BMW: Die Münchener spotten nicht über die neue Konkurrenz aus Kalifornien. Keystone

Apple sei eine «sehr, sehr starke Marke», meint BMW-Chef Reithofer. Die neuen Tech-Firmen könnten die Autoindustrie umkrempeln und seien deshalb eine ernst zu nehmende Konkurrenz.

Veröffentlicht am 03.03.2015

Der Autobauer BMW rechnet damit, dass die IT-Giganten Apple und Google zu wichtigen Konkurrenten heranwachsen werden. «Wir müssen diese Wettbewerber sehr ernst nehmen», sagte Vorstandschef Norbert Reithofer am Montag auf dem Genfer Automobilsalon. «Wir müssen uns darauf einstellen, dass Wettbewerber in Zukunft Autos bauen, die bisher noch nicht am Markt waren.»

Er verwies dabei auch auf Tesla. Der Elektroauto-Pionier aus den USA hat die herkömmlichen Autobauer nach Meinung von Experten mit seinen leistungsstarken Wagen erst dazu gebracht, sich ernsthaft mit der Elektromobilität auseinanderzusetzen.

Apple: «sehr, sehr starke Marke»

Apple bezeichnete Reithofer als «sehr, sehr starke Marke», die in der Lage wäre, die Automobilindustrie umzukrempeln. Er verglich die eigene Branche mit der Schreibmaschinen- oder der Fotoindustrie, die in den vergangenen Jahren durch Neuentwicklungen wie Laptops und Digitalkameras an den Rand gedrängt wurden.

Vor ähnlichen Entwicklungen sei die Automobilindustrie nicht gefeit. «Das geht am Anfang ganz langsam und man unterschätzt das und plötzlich geht die S-Kurve für die neue Technologie hoch», mahnte der BMW-Chef. Allerdings seien Autos sehr komplexe Gebilde, die von branchenfremden Unternehmen nicht ohne Weiteres gebaut werden könnten, schränkte er ein. BMW stelle sich der Herausforderung, indem man die Vernetzung von Fahrzeugen und die Entwicklung von Technologien zum autonomen Fahren vorantreibe.

Zetsche weniger beunruhigt

Spekulationen über einen Einstieg des Computerriesen Apple ins Automobilgeschäft liessen Daimler-Chef Dieter Zetsche zuletzt dagegen kalt. «Wir haben lange Erfahrung im Automobilbau, wir haben das Auto erfunden. Und Erfahrung ist in einem so komplexen Geschäft wie dem Automobilbau mit entscheidend. Wer dort neu einsteigt, hat die nicht», sagte Zetsche vor zwei Wochen der «Welt am Sonntag».

«Wenn wir morgen ankündigten, dass Daimler künftig Smartphones baut, würde das Apple nicht beunruhigen oder aus der Bahn werfen. Und das gilt auch für uns.» Sollte Apple ins Geschäft mit Autos einsteigen, würde Zetsche demnach «viel Erfolg wünschen und den neuen Wettbewerber begrüssen».

(reuters/ise)

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