Die französische Grossbank BNP Paribas greift nach einer Rekordstrafe in den USA durch. Investmentbanking-Chef Alain Papiasse soll künftig als Kontrolleur für Nordamerika fungieren, teilte das grösste Geldhaus Frankreichs mit.

Alain Papiasse solle dort die Risikosteuerung verbessern und sicherstellen, dass es zu keinen weiteren Sanktionsverstössen komme. Die US-Behörden hatten dem Institut Ende Juni eine Strafe von knapp neun Milliarden Dollar aufgebrummt (rund sechs Milliarden Euro). Das ist die bislang höchste für eine europäische Bank überhaupt. BNP hatte sich im Frühjahr schuldig bekannt, etwa zehn Jahre lang gegen US-Strafmassnahmen gegen den Sudan, Kuba und den Iran verstossen zu haben.

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30 Jahren lang bei der Konkurrenz

Papiasse, derzeit zuständig für das Investmentbanking und das Unternehmensgeschäft, werde von Yann Gerardin ersetzt, teilte BNP weiter mit. Gerardin ist gegenwärtig Leiter für das globale Aktien- und Rohstoff-Derivate-Geschäft. Papiasse kam 2005 zu BNP. Davor war er 30 Jahre lang für die französische Bank Credit Lyonnaise tätig. Seit April 2009 ist Papiasse verantwortlich für das Investmentbanking. Papiasse ist auch stellvertretender Chef für das operative Geschäft.

Die Rekordstrafe hatte BNP Paribas im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt. Unter dem Strich stand ein Minus von 4,3 Milliarden Euro. Es ist der erste Quartalsverlust seit dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008.

(reuters/chb)