Der Gewinn der grössten französischen Bank BNP Paribas ist dank eines Beteiligungsverkaufs zu Jahresbeginn gestiegen. Unter dem Strich verdiente das Institut nach eigenen Angaben rund 2,9 Milliarden Euro, das waren knapp 10 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit übertraf die Bank auch die Erwartungen von Analysten. Sie profitierte vor allem vom Verkauf ihrer Anteile am Immobilieninvestor Klepierre, der 1,8 Milliarden Euro einbrachte. Damit konnte das Institut auch eine Belastung von 843 Millionen Euro aus der Neubewertung der eigenen Schulden wettmachen.

Bereinigt um Sondereffekte wäre der Gewinn um 22 Prozent gefallen, da sich die Geschäfte im Investmentbanking zwar im Vergleich zum schwachen Jahresende 2011 erholten, aber noch nicht das Niveau vom Vorjahresquartal erreichten. Das Privatkundengeschäft blieb stabil.

Im vergangenen Jahr hatte die Bank die Turbulenzen an den Kapitalmärkten angesichts der Schuldenkrise in der Eurozone zu spüren bekommen. Der Überschuss brach um fast ein Viertel auf sechs Milliarden Euro ein. Allein der Schuldenschnitt für Griechenland kostete das Institut rund 3,5 Milliarden Euro. Hinzu kam ein von Quartal zu Quartal schwächeres Investmentbanking sowie der verlustreiche Verkauf weiterer Staatsanleihen. Auch zu Jahresbeginn verkaufte sie Staatspapiere und nahm dafür einen Verlust von 142 Millionen Euro in Kauf.

BNP galt im vergangenen Jahr als eine der Banken mit dem höchsten Risiko in den europäischen Schuldenstaaten und wurde dafür vor allem im Sommer an den Finanzmärkten misstrauisch beäugt. Geldmarktfonds zögerten zunehmend, der Bank US-Dollar zu leihen. Vor diesem Hintergrund dampft BNP ihr Geschäft in Dollar ein und baut Risikoposition ab.

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(chb/vst/awp)