«The fish rots from the head» fasst Stewart Hamilton seine knapp 40 Jahre Erfahrung in Lehre und Forschung zu Corporate Governance und Misserfolgen von Unternehmen zusammen. Hamilton lehrt am Managementinstitut IMD, der Lausanner Top-Kaderschmiede. In ineffizienten Verwaltungsräten sieht er den Beginn einer Abwärtsspirale, in deren Sog eine schlechte Unternehmensstrategie und ein allzu dominanter CEO zum Zusammenbruch der Firma führen können. Das Problem wurzle stets in der ungenügenden Kontrolle der Unternehmen und ihrer Umwelt, sagte der gebürtige Schotte, und appellierte an die anwesenden Verwaltungsräte: «Keep on asking questions!»

Dass Interessenkonflikte nicht immer leicht zu erkennen sind, zeigte den Aufsichtsräten ein Fallbeispiel öffentlicher Ausschreibungen im Bereich Private Equity. So berieten etwa Peter Schuppli (Mandate bei Carletto, Cottonfield, Aquila und AHZ), Paola Ghillani (AIG, DEN Sàrl, Dropa Holding und ICRC), Christian Welter (Cicor Technologies) oder Dominique Freymond (Swiss Post, Finlog, Allianz Suisse und Corti Bau) vergangenes Fehlverhalten von Amtskollegen. Die lebhafte Diskussion zeigte eines klar: Die Schulung von Verwaltungsräten wird immer wichtiger. Das dem so ist, stellte auch Thierry de Preux, Senior Client Partner von Korn/Ferry International, immer wieder fest.