Boeing reagiert  auf den neuen Langstreckenflieger Airbus A350: Der 787 Dreamliner soll nach kurzer und mittlerer Variante im Jahr 2018 erstmals auch als langgestreckte Variante 787-10 ausgeliefert werden. Das gab Boeing an der weltgrössten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris bekannt. 

Zudem brachte Korean Air ersehnte neue Aufträge für den modernisierten Boeing-Jumbo 747-8. Rivale Airbus präsentierte gleichzeitig einen neuen Milliardenauftrag vom Billigflieger Easyjet .

Die Boeing-Aktie verlor nach den Neuigkeiten aus Europa an der New Yorker Börse 0,35 Prozent an Wert. Für die Papiere der Airbus-Mutter EADS ging es in Paris dagegen um 0,47 Prozent nach oben.

Fünf Käufer für langen Dreamliner

Dem US-Konzern Boeing liegen nach eigenen Angaben bereits Bestellungen für 102 extralange Dreamliner vor. Die Maschine soll Platz für 300 bis 330 Passagiere bieten. Bei den Erstbestellungen stützt sich Boeing auf fünf Kunden.

Singapore Airlines und der Flugzeugfinanzierer ALC wollen jeweils 30 Maschinen abnehmen, die Leasingtochter von General Electric orderte 10 Maschinen, die amerikanische United Airlines will 20 Jets und die IAG-Tochter British Airways 12 Flugzeuge des Typs kaufen.

Bisher ist erst die Standardversion des Dreamliners mit Platz für rund 240 Passagiere in der Luft - zuletzt von Pannen und einem mehr als dreimonatigen Flugverbot geplagt. Die längere 787-9 soll noch in diesem Sommer erstmals abheben. Mit der langen 787-10 konkurriert Boeing direkt mit der neuen A350 von Airbus, die in ihrer Standardversion bei drei Klassen 314 Fluggästen Platz bieten soll. Die A350 hatte ihren Erstflug in der vergangenen Woche erfolgreich bestanden und wird auch in Le Bourget für einen Überflug erwartet.

Milliardenauftrag für Airbus

Unterdessen erhielt Boeing aus Südkorea Bestellungen für elf Langstreckenflieger. Die Fluggesellschaft Korean Air will fünf Exemplare des grössten Boeing-Modells 747-8 und sechs Langstreckenjets vom Typ 777-300ER kaufen. Für den Jumbo hatte Boeing zuletzt lange um Bestellungen ringen müssen. Insgesamt kommt der Auftrag aus Korea laut Preisliste auf einen Gesamtwert von 3,6 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro).

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Derweil bescherte der britische Billigflieger Easyjet dem Boeing-Rivalen Airbus einen Grossauftrag für seine Mittelstreckenjets. Der Ryanair-Konkurrent will 35 Airbus A320 sowie 100 Maschinen der spritsparenden Neuauflage A320neo bestellen. Laut Preisliste haben die 135 Jets einen Gesamtwert von 13,2 Milliarden US-Dollar (9,9 Milliarden Euro).

Allerdings hat Easyjet nach eigenen Angaben einen kräftigen Rabatt ausgehandelt. Ausserdem sichert sich die Gesellschaft Kaufoptionen für 100 weitere «neos». Die neuen Flieger sollen 2015 bis 2022 ausgeliefert werden. Sechs weitere A320-Flieger gehen an die neue tunesische Fluglinie Syphax - drei davon in der "neo"-Version.

Kleinere Hersteller mit Erfolgen

Erfolge zur Airshow meldeten auch kleinere Hersteller. So feierte der russische Flugzeugbauer Suchoi die Auslieferung seines mit westlichen Partnern gebauten Superjets SSJ 100. Mit der mexikanischen Interjet hat erstmals eine westliche Fluggesellschaft den zuletzt immer wieder von Pannen betroffenen Jet in seiner Flotte.

Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer holte sich in Paris Aufträge für mehr als 200 Flugzeuge, die Hälfte davon als feste bestellte Jets für einen Listenpreis von 3,5 Milliarden Euro. Die kanadische Bombardier konnte 32 Businessjets für knapp 990 Millionen Euro absetzen.

(tno/awp)